Antifaschismus - Es ist Zeit die Sache auszutragen

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FYI: ich habe die 'Schnauze voll von diesen ritualisierten und völlig sinnlosen twitter Gefechten um irgendwelche dämlichen Stofffetzen.

Der Bundesvorsitzende der Piratenpartei hat diejenigen als Spalter bezeichnet, die eine Flagge “Antifaschistische Piraten” benutzen. Dieser Vorwurf ist der typische Sprachgebrauch, den ich von autoritären Kommunisten und Antiimps der 90er Jahre kenne und ist vollkommen inakzeptabel.

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Davon fühlen sich halt Menschen provoziert; im Übrigen die gleichen, die selbst sehr gerne provozieren. Die einen ziehen nach links, die anderen nach rechts und in der Mitte bilden sich Risse.
Der 1V bezeichnet die Fans der Flagge als “Spalter”? Interessanter aber vielleicht nicht ganz so cleverer Zug. Könnte als Katalysator für Spaltungen wirken. Gewollt?

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Man könnte, als antifaschistischer Demokrat, auch einfach darauf verzichten, stetig und überall mit “Antifa” zu provozieren, wenn “Antifa” nunmal eindeutig negative Assoziationen á la ATTAC, Schwarzer Block, gewaltbereite Chaoten und Anarchisten hervorruft.

Wem es wirklich um Antifaschismus und Demokratie geht, der kann darauf verzichten, sich mit aller Gewalt Antifa nennen zu müssen.

Wer sich jedoch mit aller Gewalt Antifa nennen muss, der WILL offenbar zu o.g. Assoziation dazugehören und das hat imho in unserer Partei tatsächlich genau nichts verloren.

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Also sollen wir uns einfach einem Narrativ hingeben das vorwiegend aus der rechten Szene kommt?

Sry, aber damit sind wir letztlich nur Wegbereiter der Faschos.

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Die Piratenpartei ist laut Satzung antifaschistisch.

Die generelle Ablehnung der Antifa kommt aus dem rechten bis rechtskonservativen Spektrum.
Linke Bewegungen neigen immer schon ein wenig zur Differenzierung, weshalb der Spalter-Vorwurf eher aus dem linken Spektrum kommt.

Die Piratenpartei ist seit ihrer Gründung eine linke Partei. Filesharing und freies Wissen (=Ablehnung von geistigem Eigentum), freie Open Source Software und ein freies Internet (= vergemeinschaftete Produktionsmittel) in dem jeder seine Message verbreiten kann.

Die sogenannten Kernthemen sind links.

Da das ja auch irgendwie finanziert werden muss, kommt dann noch das BGE obendrauf.

Wenn das keine linke Utopie ist, dann weiß ich auch nicht.

Es gibt Leute in die Partei, die liberal sind oder es von sich glauben. Die verstehen das mit der Freiheit und den Grundrechten etwas anders, aber gegen Grund- und Menschenrechte kann man ja gar nicht sein.

So eine links liberale Politik geht eigentlich sehr gut.

Diese Politik zieht erstaunlicherweise aber auch Leute an die einen schwachen Staat wollen. Neoliberale zum Beispiel die Staat abbauen wollen und alles der Kräften der Wirtschaft ausliefern wollen. Ein (zu) schwacher Staat mit unregulierter Wirtschaft führt zu Mono- und Oligopolen zu Konzernen die “to big to fail” sind und neben dem Markt auch politischen Macht gewinnen. Diese Erkenntnis breitet sich auch langsam bei den Wirtschaftsexperten aus.

Auch eigentlich konservative haben ihren Weg in die Piratenpartei gefunden. Konservative wollen ja nichts verändern. Das klappt in der realen Welt aber nicht. Wer aber nichts ändern will, der findet keine neuen Lösungen. Das macht es der SPD so leicht in der GroKo thematisch zu dominieren. Eine an Wissenschaft und Fakten lösungsorientierte Politik kann auch im konservativen Spektrum punkten.

In diesem Gemenge aus Linken, Neoliberalen und Konservativen sind Konflikte vorprogrammiert.
Da diese Konflikte noch nicht zuende ausgetragen sind und die Partei ihre eigene Identität klar erkennt und definiert hat, brechen immer wieder “Stellvertreterkonflikte” aus. Diese Fahnengeschichte ist eine solche.

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Der Konflikt kommt vielleicht auch daher, dass manche meinen antifa = Antifaschismus und andere meinen, das genau das nicht der Fall ist.

Ein zweiter Konflikt rührt daher, dass manche anderen unterstellen, dass sie die Fahne bzw. das Label “antifa” nur deshalb ablehnen, weil sie von der Presse manipuliert seien. Leute, die selbst schlechte Erfahrungen haben, werden dadurch auch sauer.

Ich bin ja ein älteres Semester und habe mich in den 80ern aktiv an Gewaltfreien Aktionen gegen Atomraketen beteiligt (Blockaden etc). Manchmal mussten wir die abbrechen, weil Leute, die sich “antifa” nannten, sie mit Gewalt zerstört hatten (Steine geworfen etc). Sie hatten die rot-schwarze Antifa-Fahne dabei, die bekanntlich für Sozialismus und Anarchismus steht, und die gerne von Autonomen, die sich damals ausdrücklich NICHT von Gewalt distanziert hatten, hochgehalten wurde. Wir haben unsere Aktionen genau deshalb dann nicht mehr angekündigt, weil wir das mit der Gewahltfreiheit ernst gemeint haben. (Wir sind später alle wegen “Nötigung” verurteilt woden; aber nicht wegen Gewalt). Jahre später wurden aufgrund eines Verfassungsgerichtsurteils diese Urteile wieder aufgehoben.

Ich lasse mir deshalb von niemandem unterstellen, ich wäre von irgendeiner Presse beeinflusst!

Ich bezeichne mich als Antifaschistin aber nicht als antifa, aus biografischen Gründen.

Ich wüsste gerne, wie der historische Bezug der Piraten-Antifa-Fahne zu der rot-schwarzen Fahne erklärt und begründet wird. Gibt es dazu Beschlüsse oder einen Wiki-Beitrag? Gibt es eine klare Distanzierung von Gewalt?

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Ich persönlich gebe mich dabei einem Narrativ hin, dass aus meiner eigenen Erlebniswelt kommt. Aber danke, dass du mich mit Faschos gleichsetzt.

Meine Erfahrung mit “der Antifa” (jajaja, ich weiß, die gibt es überhaupt nicht…blödsinniges Geschwätz, pardon my French, selbstverständlich gibt es die Antifa…) ist ausschließlich negativ und sie sind der Grund, weshalb ich mittlerweile lieber gar nicht mehr auf irgendwelche entsprechenden Demos gehe. Bevor ich mit gewaltbereiten Anarchospinnern in derselben Ecke stehe, stehe ich lieber gar nicht dort.

Und jetzt nennt mich Wegbereiter der Faschos. Das zeigt lediglich mangelnde Differenzierungsfähigkeit auf Seiten der vermeintlich Guten, mehr nicht.

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Fehlende Diffenzierung beklagen und selbst alles in einen Topf werfen, I like.

Btw, >75% auf den PolG Demos bekennen sich genau zu dieser Szene. Ohne sie gäbe es wohl keinen Merkbaren Wiederstand. Ganz friedlich übrigens ;).

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Ich, von Haus aus sozialliberal, möchte da mal ganz energisch aufhusten und das liegt nicht an meiner aktuellen Bronchitis…
Man kann Gewalt von Links auch dann scheiße finden, wenn man selbst “links” ist. Eigentlich muss man das sogar, wenn man “links” und gleichzeitig auch Demokrat sein will. Ansonsten ist man halt leider scheinheilig.

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Ich finde es spannend und frech, dass du mir gerade letztlich vorwirfst, zu lügen.
Ich habe mir meine Erfahrungen mit “der Antifa” in den letzten 20+ Jahren nicht eingebildet und auch nicht halluziniert.

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Man kann Gewalt auch scheiße finden und trotzdem Antifa sein. Differenzieren und so ;).

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Man kann auch einfach Antifaschist sein und sich dadurch von der gängigen Assoziation “Antifa” distanzieren, wenn man das mit der Demokratie und der Gewaltfreiheit und der Toleranz wirklich ernst meint. Ist aber scheinbar zu viel verlangt.

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Warum sollte man das? Das Narrativ der gewalttätigen, linksradikalen “die Antifa” kommt aus der rechten Szene zur diskreditierung. Soll ich mir also so diktieren lassen was eine Abkürzung! Bedeutet?

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Es ist die Differenzierung die den Unterschied macht. Gewalt abzulehnen sollte auch selbstverständlich sein.
Es tragen alle Seiten dazu bei den Begriff #Antifa unsauber zu definieren. Das macht ihn missverständlich und es ist aus unterschiedlichen Gründen scheinbar so gewollt.

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Ich bin Antifaschist, keine Antifa.
Wer Framing betreiben möchte kann das gern tun. Nur dazu suche man sich bitte eine andere Plattform.

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Bullshit, sorry.
Und langsam reicht es mir, von dir mit “der rechten Szene” gleichgesetzt zu werden.

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Das siehst du so, ich habe das nicht behauptet.

Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages schreibt dazu:

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Du, ich brauche da halt auch keine von den Linken akzeptierte Definition.

Meine höchstpersönliche Erfahrung aus den letzten 20+ Jahren “Antifa erleben” ist eben genau die: in den meisten Fällen standen da Autonome, Anarchos, Linksextreme und gewaltbereite Chaoten beisammen und gröhlten, schmissen mit Steinen, Flaschen und manchmal auch Brandsätzen/Pyrotechnik. Ich lasse mir diese selbstgemachten Erfahrungen auch nicht als Halluzination oder mir vom rechten Rand aufgedrängte Wahrnehmung verkaufen. Ganz so geistesumnachtet bin ich noch nicht.

Und ja, da werd ich dann auch mal ungehalten, wenn mir Linke erklären wollen, was ich wahrgenommen und erlebt habe…

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