Antidiskriminierung

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Ich habe jetzt keine passende Kategorie gefunden in die ich meine auf Twitter unbedacht angezettelte Diskussion überführen könnte. Deshalb habe ich das Thema mal Antidiskriminierung genannt. Letztlich geht es ja darum. Vielleicht sollten wir Antidiskriminierung hier als Kategorie einführen.

Ich entschuldige mich auch hier noch einmal das ich diese Diskussion auf Twitter losgetreten habe.
Mein Tweet war keineswegs sexistisch gemeint.
Ich halte enthaarte Beine nicht für ein Geschlechtsmerkmal. In meinem Leben und Herzen haben einige Lesben und Schwule bereits einen festen Platz. Sie gehören zu meinem nahen Freundeskreis und die sexuelle Orientierung der Menschen ist bei uns nie der Maßstab. Was vermutlich auch an der multikulturellen Struktur Frankfurts liegt. Die Anonymität der Stadt macht es leichter das vermeintliche Gegensätze nebeneinander leben können.
Bisher hatte ich in all den Jahren meiner Mitgliedschaft in der Piratenpartei den Eindruck dass Menschen jeglicher geschlechtlicher Prägung bei uns ganz selbstverständlich bei uns willkommen sind.
Für mich war und ist diese GeschlechterGleichheit wichtig.
Deshalb verwunderte mich die Einladung zu dem Treffen auf dem BPT sehr. Das es nun in der Gründung einer Gruppe mündete die aus meiner Sicht eine Spaltung bedeutet ärgerte mich in diesem Sinne sehr.
Deshalb schrieb ich spontan diesen zugegebenermaßen provokanten Tweet.
BTW ich hasse tatsächlich Haare an meinen Beinen.
Ich will jetzt nicht den Inhalt aller Tweets hier rezitieren, aber zwei oder drei Piraten haben sich doch ernsthaft mit mir auseinandergesetzt und ihre Erfahrungen mitgeteilt.
Entweder war ich auf diesem Auge blind oder habe einfach die richtigen Menschen in der Piratenpartei um mich gehabt das ich von der Diskriminierung von Frauen und Transgender (Entschuldigt wenn ich jemand nicht nenne) nichts bemerkt habe.
@Zoey.Matthies hat seine diskriminierenden Erfahrungen mit Piraten berichtet.
So unschön die Twitterdiskussion ist bin ich irgendwie froh ihn geschrieben zu haben, denn das Ergebnis zeigt:

Wir müssen reden

Ergänzend: Das es im Forum keine Tags für Diskriminierung u.ä. gibt zeigt das es noch viel zu tun gibt.

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Grundsätzlich erstmal: Einsicht und Reaktion sind sicher gut und vermutlich könnten wir alle in unseren Äußerungen erstmal zwei Sekunden innehalten, drüber nachdenken und dann idealerweise etwas nicht oder zumindest anders sagen. Soweit dazu.

Auch: wir müssen, als Gesellschaft, aber auch mal von diesem weinerlichen Trend abkommen, dass sich jeder von allem und jedem direkt diskriminiert, beleidigt, nicht gewertschätzt, etc. fühlt. Das ist alberner Kindergarten und verharmlost die tatsächlichen, wirklichen Probleme viel mehr als jeder Altherrenwitz und jedes dümmliche, aus Unbedachtheit dahergesagtes Statement. Wenn wir nämlich erstmal für jeden Satz, den wir sagen, lang und breit recherchieren müssen, ob sich auch wirklich keiner davon diskriminiert, beleidigt oder sonst irgendwie benachteiligt fühlt, können wir uns das mit der Sprache auch direkt schenken und doch, wir steuern genau da hin. Selbstverständlich sollte man immer, nach Maßgabe des gesunden Menschenverstandes und den völlig normalen Kriterien Anstand, Moral und Fairness folgend, schauen, dass man möglichst niemanden direkt und unprovoziert respektlos behandelt. An dem Punkt allerdings, an dem sowas ausartet und man durch die Nutzung des generischen Maskulinums beispielsweise bereits als Sexist gilt, wird es nicht nur albern, sondern absurd und gefährlich. Ob ich jetzt Studenten oder Studierende sage, ändert nämlich übrigens an meiner Ansicht darüber, ob Männlein, Weiblein, Diverse und alle Anderen nun “dieselbe Wertigkeit” haben oder nicht, genau gar nichts. Das sind Etiketten. Ich kann mir ganz viele lustige Etiketten aufkleben, das macht den Inhalt am Ende nicht besser oder schlechter. Was bringt tolles Durchgendern, wenn ich am Ende immer noch ein innerer Sexist bin? Richtig, gar nichts.

Der initiale Tweet, um den es geht, war imo nicht sexistisch. Er war unbedacht. Ungeschickt. Wäre mit vorherigem Nachdenken vermutlich nicht passiert. Aber sexistisch? Gimme a fucking break…damit verharmlost man lediglich echten Sexismus. Und das sollten wir sein lassen.

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Seid gewiss…die Sexismusdebatte bricht nicht wegen des Gebrauches des generischem Maskulinums los, sondern wegen der damit manchmal bis öfter verbundenen abschätzigen Kommentierung in Bezug auf Frauen, Feminismus oder Genderforschung oder der Relativierung von Gewalt oder oder… Für mich zeigt ein gendersternchen nur an, dass sich jemand besonders positiv dem Thema zuwenden möchte. Der umgekehrte Fall - also die Annahme “wo kein gendersternchen ist, ist ein sexist” liegt mir… und ich denke auch Allen Anderen, die dem Thema Patriarchat und gender und sex in der Piratenpartei zugewandt sind fern.
Übrigens ist eine mögliche Regel in der Sexismus-Dikussion analog erst mal die Perspektive der Betroffenen zu berücksichtigen. Und nein, das Recht eines eigenen Raumes in Frage zu stellen ist vielleicht nicht unbedingt sexistisch, es ist aber mindestens verständnisslos.

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Er war sexistisch und zielte darauf die Gruppe und diejenigen die sie für notwendig halten lächerlich zu machen. Das heisst nicht, das ic Herbert für einen Sexisten halte, mit solchen Äusserungen ebnet man diesen aber den Weg. Dein Beitrag zeigt dass eine solche Gruppierung ihre Berechtigung hat. Innerparteilich wird Diskriminierung immer weit zurückgewiesen und diejenigen die von ihr sprechen als dumm dargestellt, lächerlich oder mundtot gemacht. Und ja, wir haben die starken Personen m/w/d … was sagt das denn aus? Das es Menschen gibt die genügend Ellenbogen haben, robust und schmerzfrei ihren Weg gehen. Nicht, das es keine Diskriminierung gibt.

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Es steht dir natürlich frei, den Beitrag für sexistisch zu halten. Wir müssen uns da auch gar nicht einig werden und werden es vermutlich auch nicht.

Halte ich den initialen Tweet für ungeschickt? Ja.
Halte ich den initialen Tweet für unbedacht? Ja.
Halte ich den initialen Tweet für sexistisch? Absolut nicht, nein. Ich möchte Sexismus gar nicht verharmlosen, indem ich gleich jeden unbedachten Auswurf gleich mit Sexismus betitele.

Ich habe übrigens auch mit keinem Wort gesagt, dass eine solche Gruppierung keine Berechtigung hätte.

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Ich spreche nicht das Recht eines eigenen Raumes ab. Bevor ich um die Diskriminierung innerhalb der Partei wusste fand ich das eine unnötige Abgrenzung. Ich hielt uns für eine coole diverse Truppe. Da war ich wohl sehr blauäugig. Ich bin erschreckt das es Menschen in der Partei gibt die @Zoey.Matthies dafür angreifen wer er ist. Ich war stolz in einer Partei zu sein für die Postgender reicht nur ein Etikett ist.

Nun bin ich der Meinung das man das aufarbeiten muss.
Wir sollten eine Antdiskriminierungsbeauftragung oder so etwas ähnliches machen.
Eine Stelle an welche sich Betroffene wenden können und die dann regelmäßig berichtet
z. B.

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Wenn die Mehrheit der Piraten das Ausmaß nicht kennt ist das auch leicht. Ich bin nach 10 Jahren einigermaßen gut vernetzt und habe es nicht mitbekommen. Ein Piratinnen-Treffen war deshalb für mich immer nur eine Positionierung von Feministinnen.
Wir brauchen also in unserer Organisation einen neutralen Punkt der geachtet wird und wo sich Betroffene aller Seiten hinwenden können.

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Für nicht diskriminierende Sprache halte ich es auch für wichtig, dass wir ernst genommen werden in unsere Repräsentation unseres Geschlechtes, auch wenn wir wegen Biologischen Gründen das nicht immer ganz klar herüberbringen können. Es ist ja leider online sehr viel leichter das zu tun als es in offline Spaces ist.
Ich denke die meisten Personen in der Partei können es verstehen das es sich nicht gut anfühlt wenn Teile der Identität ignoriert oder falsch dargestellt werden. Und das Geschlecht ist ein Teil der Identität der meisten Menschen, welches auch meist von der Umwelt korrekt wahrgenommen wird, was es natürlich schwerer macht damit umzugehen wenn es nicht so leicht wahrgenommen wird.

Worauf ich aber eigentlich heraus will ist, wenn jemand sich als Frau, Mann oder irgendwas dazwischen Identifiziert dann akzeptiert es und behandelt sie so wie ihr auch andere Frauen und Männer behandeln würdet.

Es gibt hier einen Thread, den ich Anfang des Jahres mal angestosen habe, in dem ich nach möglichen Gründen gefragt habe, warum nicht nur bei den Mitgliedern sondern auch bei den Wähler sich ein deutlich kleinerer Anteil an Frauen für uns als Partei ausspricht.
Ich denke, wir haben da, auch in der Programatik ein klares Defizit an Positionierungen.

Aus diesem Hintergrund begrüße ich ausdrücklich das Treffen unserer weiblichen Parteimitglieder auf dem BPT und auch die daraus entstandene Gruppe.

Ich sehe das Entstehen solcher Gruppen in KEINSTER Weise als

sondern als einen Versuch, sich als Gruppe für bestimmte Bereiche gemeinsam stärker einzusetzen.

Schliesslich ist die Bildung von AGs ja auch nur die Bildung von Gruppen, die sich mit bestimmten Politikbereichen beschäftigen wollen und der Vorwurf der Spaltung ist mE hier wie dort in keinster Weise gerechtfertigt.

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So sehe ich das unter den mir jetzt bekannten Gesichtspunkten auch.

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Ein Piratinnen-Treffen war auch immer ein Anliegen von Martina. Vielleicht unterhälst Du Dich einfach mal mit ihr :wink:
Es gab übrigens früher das awareness-Team, ich hoffe, ich wecke jetzt keine Assoziationen ;-):
Ihr solltet drauf achten den Posten männlich zu besetzen, sonst wird ihnen genauso wenig zugehört, wie denen, die seit Jahren das Thema ansprechen…:wink:

I

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Da habe ich heute auch schon daran gedacht. In der Tat bin ich der Meinung das nur ein Team Sinn macht. Verschiedene Ansprechpartner mindern Barrieren.

Deswegen hielt ich sie ja für die “Oberfeministin”. Für mich alten Postgender-Fan war sie deshalb in dieser Beziehung eher ein rotes Tuch, auch wenn ich sie und ihr Engagement für die Piraten sonst sehr schätze.
Aber das ist ein gutes Beispiel. Ich sehe Martina oft. Sie besucht oft unsere Fraktionssitzungen. Ich habe sie nie darauf angesprochen weshalb sie auf Piratinnen pocht und sie hat es mir nie gesagt.

Kommunikationsfehler im Team also.

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Ich finde es gut, dass du dich hier öffentlich entschuldigst!

Man kann ja beobachten, das sobald sich jemand auch nur in die Richtung Feminismus äußert, da sofort gegengehalten wird. Es reicht ja schon, wenn jemand sich als Piratin bezeichnet um entsprechende Reaktionen zu bekommen.

Postgender ist ein schönes Ideal, aber man darf es nicht als Ideologie betrachten und jeden bekämpfen der sich nicht dran hält.

Du wolltest ja auch in den BuVo. Und gerade als Vorstand sollte man lieber versuchen zwischen unterschiedlichen Positionen zu vermitteln, als die eine Seite anzugehen.

Es wäre schön, wenn alle bei dem Thema ein bisschen unaufgeregter wären.

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Okay, unsere Ironiedetektoren sind unterschiedlich eingestellt. Also noch mal Klartext: Es würde helfen, ihr hört den Menschen einfach mal direkt zu und erwartet nicht, dass sie alles weglächeln.
Das von Dir gewünschte Team würde ohnehin weggemobbt werden.
Du bist so lange in der Partei, mir ist absolut rätselhaft, dass Du da nichts mitgekriegt haben willst.

Erstmal Guten Morgen in die Runde,

vorneweg ich verwende weibliche Pronomen @Herb_Foxley :wink: Ist an dieser Stelle ok, ich weiß, dass es nicht einfach ist, aber es wäre super, wenn du in Zukunft drauf achtest.

Zum Thema: Danke für das erstellen des Threads. Ich war mir von Anfang an nicht sicher wie dein Tweet eizuordnen ist, aber er hat sich schon erstmal wie ein Schlag in die Magengrube angefühlt. “Erstmal provozieren statt zu reflektieren.” Umso mehr freue ich micht, dass sich sowohl deine Reaktion, als auch die vieler Anderer eher als Unwissenheit, denn als Böswilligkeit herausgestellt hat. Und da sage ich, kann passieren ich bin froh, dass wir drüber reden :slight_smile: Der Tweet hat halt genau die falschen Assoziationen hervorgerufen.

Kurz dazu: Ich weiß dass @derBorys gerade an was arbeitet. Auch im Rückblick auf die Gilles-Geschichte im EU-Wahlkampf. Nicht direkt eine Antidiskriminierungsbeauftragung, aber doch Ansprechstellen. (Genau für sowas soll aber auch die Gruppe da sein)


Was ist diese Gruppe eigentlich?

Bisher nennt sich das ganze einfach Piratinnennetzwerk. In Zukunft ergänzt um das Akronym FLINT* (Female, Lesbian, Intersex, Non-Binary, Trans), welches eben genau die einschließen soll, die ähnliche Erfahrungen wie Frauen machen, aber nicht zwangsläufig Frauen sind (trans Männer als offensichtlichstes Beispiel).

Dabei liegt der Fokus auf Networking und Support. Was ist wenn ich mich nicht traue zu einer der leider doch noch häufigen reinen Männerrunden bei Stammtischen zu gehen? Piratinnen sind da. Was ist, wenn es Probleme gibt, die die meisten Männer schlicht nicht nachvollziehen können? Piratinnen sind da.

Wir haben nunmal schlicht mehr Männer als Frauen, zumindest in der “Parteiöffentlichkeit”. Das kann eine Hemmschwelle für viele sein.


Welche konkreten Probleme gibt es:

Ich möchte hier nicht in die Tiefe gehen, aber mal ein paar kleinere Beispiele, teilweise von Piraten, teilweise von Ex-Piraten, teilweise von außerhalb.

  • Als ich in den Vorstand Oberbayern gewählt wurde, gabs den Kommentar “Wer ist dieser Mann, wie heißt er wirklich?” auf Twitter. (vermutlich Ex-Pirat)
  • Letztens habe ich zum Intersex Awareness-Day getwitter, jemand hielt es für angebracht das “Ich identifiziere mich als Apache Attack Helicopter”-Meme rauszuholen und sich drüber lustig zu machen (100% aktiver Pirat)
  • Als die Queeraten wieder aufgelebt sind, war eine der Reaktionen “Was soll das, das Programm ist gut, ihr habt doch schon alles” - Vermutlich eher Unwissenheit, statt Böswilligkeit, zeigt aber, dass auch hier Probleme liegen. (Pirat)
  • Gerade vor ein paar Tagen. Pirat spricht auf Twitter von Frauen als “Feministinnen die beim nächste Alpharüden zu tropfen anfangen”. Nicht als Pirat gekennzeichnet (zum Glück), aber ich kenn besagte Person.
  • Ich könnte weitermachen, aber ich denke der Punkt ist klar.

An mir prallt das meiste davon einfach ab. Ich hab mein Geld mit Community-Management verdient, ich weiß wie ich mit sowas umgehe. Viele andere haben es nicht so leicht. Nicht zuletzt sorgt das dadurch erzeugte Aussenbild auch dafür, dass uns Leute fernbleiben und die Partei gerne mal als Macho-Sexisten-Bude dasteht. Es sollte also im Sinne aller sein, dass sich das ändert.

PS: Sorry für die Wall of Text, aber wie gesagt danke an Herb fürs anstoßen.

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Habe das mal als Tag für Politik und Partei anlegt.

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Hier übrigens noch ein Paradebeispiel. Vor ein paar Wochen wurde Lory (?) auf Twitter dafür angegangen sich als Piratin zu bezeichnen. Da wurde sogar mit Ordnungsmaßnahme gewedelt weil Piraten ja nunmal in der Satzung Piraten heißen.

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Danke @Zoey.Matthies ich werde darauf achten. Und auch für deine Erklärung. Ich werde mich mal mit @derBorys kurzschließen.

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Bei mir wurde öffentlich die Entlassung aus einer Fraktion gefordert, weil ich in einem sehr ausführlichen Blogbeitrag über eine Stadtverordnetenversammlung auf meinem privaten Blog Diskutierende statt Diskutanten geschrieben habe und ich außerdem kein Parteimitglied bin. Die halbherzige “Entschuldigung” dafür ist sogar im Stream vom Help 2017-2 zu sehen.
Das schreibe ich deswegen, weil Herbert ja sagt, er habe davon nichts mitbekommen. Er war da zugegen, zudem 1V.
Zum Thema Postgender hab ich mich in dem anderen Thread ja schon mal ausführlich geäußert.

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