Analyse

Analyse der Probleme der Piratenpartei

Symtome

  1. Mitgliederschwund
  2. Das Ende der Politischen Arbeit in AGs
  3. Rückgang der Umfragewerte

Der Mitgliederschwund begann zwischen September 2012 und Januar 2013


Quelle

Programmarbeit / Anträge

Die Antragsarbeit war sehr produktiv und die Qualität vielfach sehr gut. aber es haben sich bis über 700 Anträge aufgestaut und jeder BPT hat maximal 40 bis 50 abgearbeitet. Leider ist das Antragsbuch nicht mehr erreichbar, aber das Wiki weiß noch, dass es fast 1500 Seiten hatte.
grafik
BPT 2012.2
Die AGs haben die Arbeit eingestellt, weil ihre Arbeit zu nichts geführt hat.

Man hat es dann mit Sammelanträgen versucht, aber da ist viel durchs Raster gefallen.

Rückgang der Umfragewerte

Schaut mal hier bei der Forsa Sonntagsfrage
Die Piraten tauchen aus dem nichts mit 7% im November 2011 auf, die Umfragewerte steigen bis Mai 2012 bis auf 13% (Die Landtagswahl in NRW brachte aber nur 7,x echte Stimmen) und fällt zum November 2012 bereits unter die 5% Grenze.

Fazit

In einer Phase in der die Organisationsstruktur der Piratenpartei reformiert hätte werden müssen, weil die Antragsarbeit ins Stocken geriet, hat sich die Mitgliederzahl verdreifacht. Das hat die Antragsarbeit noch mehr ins Stocken gebracht weil die neuen Mitglieder ja auch mitmachen wollten. Gleichzeitig hat die eigentliche Piratenbasis ihre Mehrheit in der Partei verloren. Was praktisch zu einem Zusammenbrechen der Organisationsstruktur geführt hat. Die NRW-Fraktion hat nicht den Krawall gemacht, den die Wähler erwartet haben und weil die damaligen 1V und 2V nicht ins Fernsehen wollten (was der BPT bei ihrer Wiederwahl nicht wusste), wechselte die Außendarstellung bei der Neuwahl des Buvo von Marina Weisband auf Johannes Ponader (ein leichtes Opfer für Politikprofis). Mit der nicht funktionierenden Integration der Neumitgliedern, der nicht funktionierenden Beteiligung an der Antragsarbeit und dem Sinken der Umfragewerte Richtung 5% war die Partei für viele Neumitglieder nicht mehr interessant und der Mitgliederschwund setzte ein. Irgendwann zwischen November 2011 und Mai 2012 kippt die Grundstimmung der Partei von fröhlichem Optimismus (jeder wollte Mitmachen) zu “Wer was macht wird kritisiert”.
Das hat dazu geführt, dass bisher keine der strukturellen Problem der Piratenpartei gelöst worden sind. Inovationen wie dezentrale Parteitage, Onlineparteitage oder eine Politikplattform etc. wurden verschleppt oder ignoriert. Handfeste Probleme wie z.B. Geldmangel bei gleichzeitiger Spendenverweigerung oder Aufbau eine Mitarbeiterstruktur für Verwaltung und Buchhaltung wurden gar nicht oder z.T. falsch angegangen.

Ich hab letztens diese “Piratenthesen” von 2010 gefunden. Scheint mir, bis auf politisch gefärbte oder veraltete Thesen, recht aktuell zu sein.

Immerhin sind noch alle Anträge im Antragportal verfügbar.

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