Alles schlimm im Sozialismus? (provokant)

Mal etwas provokantes Futter für die absoluten Befürworter der freien Marktwirtschaft…

Oder der Tweet von @Ekynos war auch nicht schlecht…

Zeigt auf, dass das Denken in “Lagern” oder Einteilen in “Richtungen” vielleicht doch nicht die Lösung ist?

Also, sind wir “Links” oder “Rechts”, “Mitte” oder “kapitalistisch” oder vielleicht doch “sozialistisch”, oder…?

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Die Piraten sind demokratisch bzw. wollen das sein und scheitern regelmäßig daran. Ich bin in die Piratenpartei eingetreten, weil ich von der E-Democracy bzw. insbesondere von der Liquid Democracy als Konzepten enorm viel halte. Es ermöglicht jedem ohne großen Aufwand und mit niedriger Eintrittsschwelle sich zu beteiligen.

Dann kam noch Edward Snowden und für mich lag es auf der Hand, dass die Piraten die einzige Partei sind, die es wirklich komplett in ihrer DNA haben, die individuelle Freiheit zu bewahren. Das ist für mich völlig logisch und mich wundert es, dass die Piraten nicht wieder wesentlich weiter oben stehen.

Ich habe nun die Hoffnung, dass sich nach Absage des Parteitags wieder etwas mehr in Richtung E-Democracy in der internen Parteienstruktur der Piratenpartei bewegt.

Ich bin nicht in die Piratenpartei eingetreten um nur in irgendwelchen sozialistischen Utopien zu schwelgen. Ich dachte, dass sich hier Computernerds zusammengefunden hätten, die wirklich daran interessiert sind eine möglichst gute Plattform für eine E-Democracy zu bauen.

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Ooch - du immer mit deinen provozierenden Beiträgen. “Zeigt auf”? Dann müsste man ja genauer hinschauen und nachdenken. Wer will das schon?
Wir lassen uns lieber irgendwann von der Realität einholen. Noch ist’s doch für die meisten schön warm und bequem. Plappern wir also lieber noch ein wenig die alten Lehrsätze von “links” vs. “rechts”, “Planwirtschaft” vs. “Marktwirtschaft”, “Sozialismus” vs. “Kapitalismus” usw. nach und vergessen dabei auf keinen Fall, sie in der gegenseitigen Bekämpfung konsequent anzuwenden.

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Danke…
…“es war war einmal,” vor langer Zeit eine Partei, bei der ich die Hoffnung hatte (und ein wenig auch noch habe), dass genau diese (Denk-) Schranken überwunden werden könnten, hin zu - “Mensch First”.

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Sorry, das kann und wird nicht DIE Lösung sein.

Einfach ohne Begründung etwas abblocken. So habe ich es gern. Eine gute Plattform für E-Demorarcy ist das A und O, damit das System funktioniert.

Sonst könntest du ja auch bei Windows und dem Mac sagen, dass der Startbildschirm bzw. Homescreen nicht wichtig ist, da man ja mit die Konsole viel direkter über Eingabebefehle mit dem PC kommunzieren kann. Das mögen manchen gerne machen, aber die Mehrheit nutzen lieber PCs mit einem Startbildschirm und Anwendungen.

Eine gute Plattform ist für die E-Demokratie das Alpha und das Omega. Sonst könntest du ja auch behaupten, dass Stromleitungen nicht DIE Lösung seien, ohne einen Vorschlag zu machen, wie denn sonst Strom übertragen bzw. geleitet werden soll. Es kann darüber diskutiert werden, was es für eine Plattform sein soll, aber nicht darüber, dass es eine geben muss. Übertragen auf Stromleitungen: Es kann darüber diskutiert werden, ob es Wechselstrom- oder Gleichstromleitungen sein sollen, aber nicht ob es überhaupt Stromleitungen braucht um Strom zu übertragen.

Es geht um ein Thema in der Politik…
Dass man diese Politik mit einer guten Plattform, mit guten vorherigen Diskussionen in eine besser Form bringen kann, dem wir keiner widersprechen.
Nur muss erst mal “die Richtung” oder “die Programme” vorhanden sein.
Und die haben wir ja im Überfluss.
Da du den Satz aber FETT geschrieben hast, sollte klar sein, er ist nicht DIE Lösung, sondern kann bei der Lösungsfindung unterstützen.
Sorry, dass dies im ersten kurzen Satz nicht rüber gekommen ist.

Der Slogan gefällt mir. Würde gut auf Wahlplakate passen. Lass’ ihn dir patentieren, damit ihn dir niemand klaut.

Das mit Betonung geschriebene “DIE” deutet darauf hin, dass @Enavigo bei weitem nicht abstreitet, dass E-Democracy TEIL der Lösung ist, aber eben nicht die gesamte. Sagt er ja dann selber - lese seine Nummer 7 gerade, NACHDEM ich angefangen habe, Nummer 8 zu schreiben.

@escap und ein paar andere arbeiten an der von dir gewünschten Plattform und das ziemlich hart. Vielleicht fehlt ihnen die Wertschätzung? Und die beste Wertschätzung ist noch immer das Mittun. Bist du schon im Team?

Sorry Mods - bin wieder voll neben der Spur; es ging ja um den unapptitlichen Sozialis-Mus.

Und “eigentlich” ging es mir um was anderes…
Mir ging es darum, warum müssen und versuchen wir immer alles “einzuordnen”?
(Gibt da schon Threads zu)

Oder ist per se alles was dem Mensch gut tut links, und alles was der Wirtschaft gut tut konservativ?
Für mich haben sich da zwei Blöcke gebildet die nicht miteinander, sondern massiv gegeneinander arbeiten.
Und heraus kommt dann eine immer weiter auseinander gehende “Arm-Reich Schere” statt hier endlich mal massiv entgegen zu arbeiten.
Ich denke es hat keiner was dagegen, dass Verantwortung oder auch gute Ideen finanziell “belohnt” werden müssen.
Nur, warum suchen wir da nicht mehr Verantwortung hin zu einer Obergrenze, oder eben stärkeren Besteuerung ohne massenhaft Schlupflöcher.
Warum ist dies dann negativer Sozialismus statt Humanismus?

Das Problem ist, dass jahrzehntelange Propaganda bei vielen Beissreflexe implementiert hat, wenn links oder Sozialismus gesagt wird.

Ein weiteres Problem ist, dass sich viele “Liberale” vor der Erkenntnis drücken, dass neoliberale Vorstellungen ganz weit rechts im politischen Spektrum eingeordnet werden müssen. Das lässt ihnen gleichzeitig selbst moderate sozialdemokratische Vorstellungen als “extrem links” erscheinen, weil sie sich ja in der Mitte des politischen Spektrums wähnen.

Im Sinne des Einkommens/Vermögens? Au weia - u.a. wg. einem Thread aus 09/19, in dem eine solche Obergrenze (Grüße an Horst) (heiß) diskutiert wurde, bin ich aus der Partei ausgetreten. Ich kann den ja bei Interesse mal `raussuchen, dann muss ich nicht alles wiederkäuen.

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Du meinst Neues Alternatives Wirtschaftssystem in unser Parteiprogramm übernehmen oder was anderes?

OK, im Bereich Wirtschaft fahren wir zur Zeit eine Null Nummer, nichts Neues, aber machen auch nichts kaputt.
Da ist halt von positioneller Zukunft nichts zu finden was aus der “normalen Marktwirtschaft” heraus ragt, - kann man aber in Diskussionen immer gut sagen, - da haben wir genau so viel, oder so wenig, wie andere Parteien auch.

Abgesehen von einem relativen Alleinstellungsmerkmal BGE, welches aber wohl von vielen nicht in den Bereich Wirtschaft eingeordnet wird…

Wenn wir dies doch wissen, warum nutzen wir dann diese Begriffe oder streiten sogar darüber was sie bedeuten…?
Ich finde wir machen Politik für die Menschen reicht doch, oder?

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Eine sehr gute Frage.
Die Republikaner haben als US-Wahlkampfstrategie mal wieder die Warnung vor dem Sozialismus verwendet und damit die Demokraten gemeint deren linker Flügel politisch etwa der CDU entspricht.
70 Millionen Trump Wähler unterstützen seine Politik während einer Pandemie über 40 Millionen Amerikanern die Krankenkasse zu nehmen.

Die amerikanische Regierung versucht die Antifa zu einer Terroristischen Vereinigung zu erklären.

Weite Teile der Piratenpartei unterstützen Aktionen gegen Faschismus und vieles im Programm der Piratenpartei kann als linke Politik gesehen werden.

Für die meisten Piraten ist es kein Thema, aber einige Piraten haben ein echtes Problem damit dass Piraten Antifaschismus unterstützen und sie lehnen einen Teil des Programms der Piratenpartei ab. Gemäß ihrem eigenen Vorurteilen gegen linke Politik rufen sie das Bild der linken Scheckgespenstes auf und erzwingen damit immer wieder die eigentlich längst entschiedene und durch Beschlüsse immer wieder bestätigte Positionierung der Partei zu diskutieren.

Das könnte doch auch damit zusammen hängen das es insgesamt einen Rechtsrutsch in der Gesellschaft gibt. Ganz konkret das man anderen nichts mehr gönnt wenn man selbst dadurch etwas verlieren könnte oder wenn man selbst nichts davon hat. Diese Art des Denkens wird doch auch hierzulande immer Salonfähiger.

Der Neoliberalismus hat die Menschen zum Egoismus erzogen und wer nicht egoistisch ist sondern das Allgemeinwohl will wird von den Egoisten eben als Bedrohung für ihren eigenen Sozialen Status angesehen. Deshalb wollen die Gesunden und Wohlhabenden in den USA ja auch keine Krankenkasse weil Sie nicht für die Kranken looser zahlen wollen da Sie ja durch Solidarität selbst etwas verlieren könnten. Wer Krank wird und sich keine KV leisten kann, pech gehabt. Ist ja nicht die Schuld der anderen so das diese dann eben dafür auch nicht aufkommen wollen.

Jeder sorgt für sich selbst und wer das nicht kann muss eben zugrunde gehen anstatt mir zur Last zu fallen. So denkt der Egoist und diese Denkweise ist in den USA die große Mehrheit und das nicht nur bei den Republikanern sondern auch im Demokratischen Establishment.

In der EU wird das auch stück für stück durchgesetzt, Banken und Konszernbosse wurden 2008 in der Finanzkrise mit unendlich viel Geld gerettet während die EU z.B: Griechenland und Italien dazu gezwungen hat das Gesundheitssystem kaputt zu sparen.

Im Grunde sind die USA von der Mentalität her gesehen ein extrem korruptes Land und das schon auf der ebene der Alltagskultur. Das hat vermutlich gar nicht mal so viel mit Kapitalismus vs Sozialismus zu tun. Sozialismus kann ja z.B: in der Stalinistischen Form ebenso extrem Brutal sein, es ist doch viel mehr eine Frage der gemeinsamen Werte und die scheinen im Westen immer mehr zu errodieren.

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Werte?
Was ist das und wo stehen die? :face_with_monocle:
Welche Partei steht (wirklich, und nicht nur im Namen) für welche Werte
Die erfolgreichste Politik mit dem “Werte” Begriff macht zur Zeit welche Partei?

Kann es sein, dass Werte genau wie festgelegte “Richtungen” mit der Zeit überarbeitet werden müssten?
Wenn z.B. beim Sozialismus auf Stalin verwiesen wird, gilt das heute noch?
Oder betreibt nicht ein Rechtsaussen wie Bolzenaro klaren Kapitalismus?

Ich hatte so in den erstem Jahren der Piratenpartei das Gefühl, dass es tatsächlich um gute Themen ging, nicht um ideologische Richtungen…

Wo denn?
Der Unterschied besteht doch einzig darin, dass man es früher mehr unter minder unterdrückt hat, man wollte ja kein Nazi-Nachfolgerstaat sein.
Das was dann heute über die Soziale Medien aufquillt ist doch nur noch die Restverarbeitung dessen, was vorher längst bei staatlicher Macht wie Verfassungsschutz, Kriminalpolizei, Bundeswehr, Verwaltung seinen Einzug gehalten hatte.
Und es ist auch ganz gut, dass es so aufgearbeitet wird.
Rechtspopulismus scheitert demokratisch an völliger Unfähigkeit.

Und Trump ist auch an seiner Unfähigkeit gescheitert.

Nein, Trump ist leider gar nicht gescheitert. Und nein, auch ganz bestimmt nicht an seiner Unfähigkeit.
Solche Interpretationen werden nicht richtiger, auch wenn sie oft wiederholt werden. Die FDP hatte auf ihren Wahlplakaten unter den Kandidaten: wir sind unpolitisch! als Slogan stehen. Die Staatsferne wird proklamiert, ‘liberal’ als ‘frei vom Staat’, dem Steuereintreiber, dem Gleichmacher, dem Regulierer gedeutet. Trump ist die Inkarnation des Antidemokraten im Gewand des unpolitischen ‘freien Geschäftsmanns’: mein Ich, mein Geschäft, mein Gewinn.

Das ist mMn ein Fehlschluss bzw. das verkaufen die Neoliberalen so, aber das ist nicht ihr eigentliches Anliegen. Ähnlich wie es das Bürgertum in der Revolution 1848/1849 getan hat, wollen die Liberalen Demokratie vom Liberalismus lösen. Im 19. Jahrhundert haben die Liberalen in Kontinentaleuropa behauptet, dass es nur wichtig ist, dass die Rechte eines Bürger in einem Rechtsstaat garantiert und geschützt werden, es jedoch nicht so wichtig sei, wie eine Regierung konstiuiert sei. Deswegen hat es in Deutschland auch so lange mit der Demokratie gedauert und die Monarchie solange existiert. Die Demokraten, denn die gab es Mitte des 19. Jahrhundert in Deutschland auch schon, nannten diese Liberalen “Halbliberale”, denn sie wollten vorallem ihren eigenen Status sichern und traten nicht für die Freiheit von Unterdrückten ein. Ich sehe Parallelen zwischen diesen “Halbliberalen” aus dem 19. Jahrhundert und den “Neoliberalen” heute.

Trump ist ein Symbol für eine weiße Mittelschicht, die vorallem ihren Status sichern möchte und das sogar auf Kosten der Demokratie. Den Staat als solchen stellt eigentlich so gut wie keine Ideologie in Frage, auch nicht die neoliberalen mit ihrem “Nachtwächterstaat”, der besonders ihnen in Krisen aus der Patsche helfen soll, aber ansonsten möglichst wenig intervenieren soll.

Wer in den USA findet eine solche Einstellung denn anstößig?
Vom Tellerwäscher zum Millionär ist doch Grundhaltung.
Man kann doch jetzt nicht unser Wertesystem den Amerikanern überstülpen.

Trump ist über Covid gestolpert, da er unfähig ist, auf der Grundlage von Fakten Entscheidungen zu treffen.
Für ihn zählt einfach den höchsten Rang einzunehmen, der dann alles entscheidet.
Er kennt nur autoritäres Verhalten. bei dem er der Einzige ist, der entscheidet.

Um es mit den Worten von Cuomo zu sagen: “He is not a king”