[AG Umwelt] Quo vadis?

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ich durfte in den letzten Sitzungen der AG Umwelt feststellen, das die Zahl der Teilnehmer, die regelmäßig dabei sind schwindet.
Den ein oder anderen hatte ich bei Gelegenheit auch mal darauf angesprochen, ob er beabsichtigt regelmäßig zu den Treffen der AG zuzustossen und bekam da eine recht gemischte Antwort von
“So, wie das sich gerade entwickelt eher nicht, weil …” bis “ich weiss noch nicht”

In der aktuellen Situation, in der heute eine gerade vorhandene Mehrheit sich dafür ausspricht tB ein “10-Punkte - Klima - Papier” zu schreiben, von der das nächste Mal wieder nur ein Bruchteil an Piraten da sind lässt sich nicht wirklich brauchbar arbeiten.

Ich mache daher mal hier den Thread auf und bitte all diejenigen, die der Meinung sind, das die AG in eine “andere” oder in ihren Augen “falsche Richtung” geht hier mal das kund zu tun …

Ich persönlich habe als Koordinator kein Problem damit, wenn die AG in eine andere, als von mir gedachte Richtung geht, finde es aber wenig sinnvoll, wenn Ideen und Ansätz reingeschmissen werden, die dann Andere verfolgen sollen …
Letztlich habe ich ja auch einen Ansatz der Vorgehensweise (erstmal Inventur machen, was wir haben, wo wir stehen, fehlende Bereiche und überholte Beschlüsse finden und überarbeiten etc.) und DANN an die inhaltliche Arbeit gehen … das aber nur am Rande ^^

Also, lasst mal bitte lesen, was euch davon abhält an der AG teilzunehmen (auch wenn es vielleicht “nur” die Terminnot ist)

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Vielleicht würde es helfen, den Aufbau und den Frust über nicht genügend Teilnehmer in eine andere Zeit zu verlegen, die nicht Sommerferien und Haupturlaubszeit heißt. Ab Anfang Oktober könnte die Resonanz größer sein?

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ja, aber *grins

du hast da grundsätzlich sicher Recht, das Kind ist bezüglich des Aufbaus halt schon im Brunnen … wir haben begonnen …
Frust, nein den habe ich da noch nicht, will hier aber eine Möglichkeit geben seine Meinung kund zu tun …

  1. Wenn schon dabei, danke an @TygKF für das Update der Webseite und die Terminerinnerungen samt Infomaterial.

  2. Ich stimme @Zielgruppe zu.

  3. Wöchentliche Treffen sind zu häufig - für mich.

  4. Habe noch mal wieder über die von TygKF genannte Bestandsaufnahme nachgedacht, und denke, dass dies ein zeitaufwendiger und ggf. undankbarer Job sein könnte, wenn (!) man sich für bestimmte Themen nicht interessiert (was ziemlich wahrscheinlich ist, zumindest aus zeitlichen Gründen). Daher Vorschlag einer Halbalternative:

  5. Warum nimmt man teil (per Mumble oder proxy über schriftlichen Input davor/danach). Von meiner Warte aus:

Abgesehen vom Dazulernen will man sich einbringen. Das will man gut machen, Selbstzufriedenheit erlangen und, das ist immer toll, dafür Ankerkennung bekommen. Hierbei gibt es aber ein Problem:

Vielleicht mehr als bei manchem anderen Ressort ist ‘Umwelt’ sehr breitgefächert was die fachliche Expertise angeht. Wenn man also fundiert und erfolgreich argumentieren will, kann eine Person das meist nur in einem kleinen Teilbereich, so gibt es selbst innerhalb des Teilbereiches ‘Wasser’ viel Spezialisierung: der Ozeanograph hat meist wenig Ahnung von Abwasser, Trinkwasser und der biologische Seenkundler hat wenig Ahnung von der Chemie, Physik oder Hydromorphologie eines Sees. Der Praktiker kennt die Tücken des Modellierens oder der Methodenentwicklung einer Analyse nicht…und so weiter. Die Konsequenzen hieraus muss man einfach akzeptieren, d.h. man kann thematisch nicht auf jeder Hochzeit tanzen, sondern nur dort, wo die Expertise liegt - übrigens wichtig, denn meiner Erfahrung nach liegt der Teufel fast immer im Detail: z.B. oberflächlich betrachtet ein tolles Abgasmessprogramm, aber …oh, too bad… die Berechnungen oder Inputwerte waren falsch; Grenzwerte von einem Schadstoff wurden überschritten, aber dank einer dubiosen statistischen Methode wurde dies als vertretbar verkauft, etc…

Ich persönlich bin z.B. viel motivierter, wenn ich in ‘meinem Bereich’ arbeiten kann, denn das garantiert eher ein gutes Produkt, Zufriedenheit, Anerkennung. Das heißt auch, dass ich keine Lust hätte, lange in einem anderen Fachbereich herumzu’machen’, denn die Anerkennung ist dort unwahrscheinlicher. Einerseits ist das einfach egoistisch, andererseits aber gerechtfertigt, weil ressourceneffizient (Zeit, Kopfplatz).

Vor diesen Hintergrundgedanken könnte die AG Umwelt vielleicht auch (zusätzlich) dazu aufrufen, dass alle interessierten Leute mit bestimmten Qualifikationen und/oder Berufs-/Lebenserfahrung oder brennendem Interesse (und Lerneifer) in einem bestimmten Umweltbereich ihr bevorzugtes Thema heraussuchen, hierauf gerichtet die Bestandsaufnahme (siehe TygF) durchführen, mit der momentanen Gesetzeslage und Politik vergleichen (also die Hintergrundrecherche) und dann einen Antrag oder was auch immer erarbeiten. Dies sollte man zunächst allein oder mit anderen machen dürfen. Dann sind die Piraten wahrscheinlich noch nicht thematisch flächendeckend auf dem neuesten Stand, aber diesem Ziel kann man sich ja mit der Zeit annähern.

Das würde bedeuten, dass man vielleicht im Umweltbereich fleißig/konstruktiv ist, sich dies aber nicht immer in der Teilnahme an den AG-Umwelttreffen widerspiegelt. Zu den vielen anfänglichen thematischen Lücken sollten die Piraten stehen. Diese Ehrlichkeit finde ich persönlich sympathisch und glaubwürdiger als das Theater mancher Politiker, in allem ein Experte sein zu können. Und wenn andere Experten sehen, dass die (wenige) Arbeit, die von den Piraten kommt Hand und Fuß hat, dann ermutigt das eher zum Beitreten oder Einbringen bei den Piraten. Aber… gute Arbeit braucht Zeit - und der (Wieder-)aufbau einer Umwelt-AG eben auch.

Mehr Mut zu ‘slow politics’.

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Aller Anfang ist schwer.

  1. Für eine Partei die sich zu den Digitalisierungsexperten zählt und das sogar für ihr Kernthema hält, ist es erstaunlich, dass man nicht alle Beschlüsse der Partei zu Umweltpolitik, Klimapolitik, Energiepolitik, Verkehrspolitik und Landwirtschaftspolitik (hab ich was vergessen?) mit jeweils einer einfachen Suchanfrage finden kann. #ag-antragsprozess
    Wenn man sich mal die Arbeit macht, dann ist der Aufwand verloren, wenn es nicht in die Datenstruktur der Anträge gespeichert wird, für zukünftige Suchen. Arbeit letztlich für die Tonne motiviert niemanden.

  2. Jede AG muss sich erstmal finden, also feststellen in welchen Bereichen sie über allgemeine Qualifikationen verfügt und wo sie sogar Experten hat, ob sie erstmal nur auf Probleme hinweisen möchte oder auch gleich Lösungen für die Probleme erarbeiten will.

  3. Die Arbeitsteilung mit anderen AGs muss geklärt werden.

  4. Man muss sich realistische Ziele setzen. In knapp 4 Wochen eine Maßnahmenliste zur CO2-Reduktion zu schreiben, die nicht das gleiche Enthält, was alle sagen, die mit einer Liste mithalten soll, die von dutzenden Vollzeitmitarbeitern in Fachministerien erarbeitet wurden, zähle ich nicht zu diesen Zielen.

  5. Wir sollten mal eine Sammlung von Piraten machen, die im Bereich Umwelt, Energie, … besonders qualifiziert sind. Und sie wenn diese Themen bearbeitet werden, gezielt dazu bitten.

ich hatte, zeitgliech mit meiner Wahl auch schon den 2-wöchentlichen Termin vorgeschlagen, bin damit aber deutlich überstimmt worden …

für Bayern wie auch für den Bund haben wir Bayern das ja schonmal gemacht …
letztendlich heißt es mal das eigene (Landes-)Wahlprogramm durchschauen, ob da etwas zu den Umwelt-relevanten Themen drin steht, dann sich (das ist dann wirklich mehr an Arbeit) durch die letzten X LPTs durchwühlen, inwieweit es da Positionspapiere zu der Sache gibt (in der letzten Zeit vermutlich eher weniger, zu Begin dafür mehr … )

Hintergrund der Arbeit ist ja auch, das es nichts tödlicheres gibt, als einen Beschluss zu fassen und sich irgendwann (oder auf dem Parteitag, auf dem mensch das einbringt) dann sagen lassen zu müssen “da haben wir doch schon was und das widerspricht dem neuen Antrag”

Ja, viele von uns haben ihre Expertisen, manche sich vielleicht auch “nur” in Themewnfelder eingearbeitet, aber letztlich wollen wir auch gerade dahin kommen, das Anträge nichtmehr von einzelnen Kellerkindern geschrieben werden, sondern wir wollen, das zumindestens mal die entsprechende AG (soweit es sie gibt) darüberschaut oder idealerweise daran mitgearbeitet hat … das mit der Schwarminteligenz :wink:

ja, sicherlich auch eine Herangehensweise, aber ich fürchte du wirst dich wundern, wie wenig wir tatsächlich haben …
wie schon erwähnt, ist die Arbeit für die Bundesebene schon getan, für Bayern ebenfalls und wie ich von Enavigo erfuhr, ist er für RLP dran …

Ich hatte dir via DM aber auch schonmal geschrieben und biete das auch gerne jedem an, der ein “Spezialthema” mit eigener Expertise hat.
Bereitet euch auf das Thema vor, bereitet es auf und tragt es in der AG zu einem zuvor vereinbarten Termin vor, gerne auch schon mit piratigen) Ansätzen, wo es antragsmässig hingehen soll …
auch für diese Koordinationsarbeit stehe ich gerne mit zur Verfügung …

keinerlei Gegenrede … auch, zu dieser Findung der Thread hier, denn wenn die “Belegschaft” ständig wechselt, dann ist das mit der Findung schwierig, daher die Nachfragen meinerseits …

Ja, das war ein sportliches Ziel, das da eingebracht wurde und ich habe auch erstmal deutlich geschluckt. Es kam aber auf den Vorschlag auch erstaunlich wenig Gegenrede oder Einwände …
traut euch (danke, das du das jetzt hier machst) und sagt sowas auch gerne in dem Moment, in dem solche Vorschläge eingebracht werden …

Sehr gute Idee, eventuell könnte der BuVo bzw. der polGF das in der nächsten Mitgliederrundmail mal mit aufnehmen?
Das wäre sicherlich nicht nur für die AG Umwelt, sondern für die gesammte Partei gut zu wissen, wo wir Expertisen haben …

Nachtrag:
Ja, es ist schade, das das nicht so einfach funktioniert.
Das hat aber leider auch damit zu tuen, das wir Piraten uns häufig nur ungern bis garnicht übergeordneten Strukturvorgaben unterordnen (lassen) wollen …

Nach der Gründung benutzten die Piraten ein Wiki, weil man darin:

  • Texte ablegen konnte
  • diese Texte auch Profile sein konnten
  • die Texte auf einer Diskussionseite diskutieren konnte
    Weitere Bedürfnisse hat man mit Mailinglisten, NewsGroups, einen Forum und den Pads abgedeckt.
    Wie immer schafft ein schlechtes Provisorium Fakten und wird nie durch eine richtige Lösung ersetzt.

Moin Martin,

ja dies ist bestimmt eine geordnete Vorgehensweise. Ob sie was bringt ist eine andere Frage. Was willst du machen, wenn ein LV CO2 Steuern fordert, der andere sie ablehnt?
Im Bundesprogramm haben wir sie übrigens auch!
Ja, da können wir jetzt wochenlange (Monate?) Arbeit rein stecken. Denn es ist ja nicht nur das Sammeln, das geht recht schnell.
Es ist die Arbeit die dann folgt, wir erweitern wieder das Programm mit den oben schon erwähnten Diskrepanzen.

Nun aber zu dem 10 Punkte Plan, den ich auch mit favorisiert habe. Und zwar aus folgendem Grund:
Am 20. September ist nicht nur Demo, es ist auch der Tag, an dem die Bundesregierung ihre Klima-Strategie vorstellt… Am 23. September beraten dann die Staaten bei einem Klimagipfel der Vereinten Nationen über die Folgen des Temperaturanstiegs.

Deshalb wäre es ganz gut gewesen aufzuzeigen was Piraten zu diesem Tag zu sagen haben.
Und natürlich können wir auf unser Energie Programm verweisen, in dem jede Menge gute Forderungen geschrieben stehen. Und klar ist die Abschaltung der Kohlekraftwerke der wichtigste Punkt zur Einsparung.
Aber diese Debatte wird für Parteien auch mit Emotionen entschieden. Und da hätten wir vielleicht ein paar piratige Vorschläge machen können.
(z,B, die Idee nicht sofort komplett vom Flugzeug auf die Bahn umzusteigen, sondern nur an Wochentagen, da am Wochenende schon jetzt die Bahn überfüllt ist - zeigt, die Piraten denken weiter und nach.)
Mir wurden aber diese Punkte viel zu genau ausdiskutiert.
Klasse wäre es, wenn die AG Energie ebenfalls ein paar Punkte aufzeigen könnte, und wir einfach aus 15, 20 oder mehr Vorschläge eine LS Umfrage machen würden, so dass nicht “irgendwer” sondern die gesamte Partei hier entschieden hätte. Da hätten wir auf die Schnelle ein Alleinstellungsmerkmal.
Aber auch ich kann nicht jeden Mittwoch, und mit den Detaildiskussionen wäre das Vorhaben auch nicht zu schaffen gewesen. Und wenn es dann nur an 2 oder 3 Personen liegt, die dies verfolgen gebe ich dir recht, dann ist es besser den “Programm-Weg” zu gehen.

Verstehe ich nicht, ich benötige keine 5 Minuten um alle Programmpunkte aus RLP zur Energiepolitik (oder anderen Bereichen) zu finden.
Und wenn ich in die Antragsfabrik gehe, kann ich dir sogar sagen wann von wem eingereicht, und auf welchem LPT entschieden.

@TygKF : Poste doch mal den Link zu dem 10 Punkte-Programm hier 'rein.

Wir haben in ein paar Bundesländern grad Wahlkampf…

Haben wir aber noch nicht besprochen, da wir uns mit irgendwelchen Programmpunkten von Landesparteitagen beschäftigen wollen/müssen, die ja alle sehr sinnvoll sein mögen, aber teilweise mit völlig anderer Intention erstellt wurden, von Personen die teilweise gar nicht mehr in der Partei sind.
Oder jemand hat halt mal wieder eine super Idee oder irgendwas gehört, das aber halt in die Kategorie Sonstiges gehört.

Ansonsten gilt es wie immer in der Programmarbeit der Piratenpartei, ein roten Faden und eine Hierarchie in die vielen Insellösungen zu bringen.

Wir sollten vorher mal kund tun, was wir denn in der nächsten Sitzung besprechen möchten und alle sich darauf vorbereiten, inklusive der schriftlichen Vorstellungen, die einige zum Thema haben.

Ansonsten kann man durchaus zu einigen Thema diese auch hier im Forum diskutieren.

Ansonsten verfranzen wir uns zu stark.

Da eine TopDown-Strategie erarbeitet werden muß, darf halt nicht über Detailabstimmungen das Gesamtprojekt torpetiert werden und einzelne Landesparteitagsbeschlüsse oder Abstimmungen im Forum führen nunmal zu unbrauchbaren Gesamtergebnissen.
Anregungen sind immer hilfreich und super, am Ende wird es aber nur etwas Vernüftiges werden, wenn diejenigen, die regelmäßig in der AG konstruktiv mitarbeiten, sich eine Gesamt-Meinung bilden konnten und die Gesamtproblematik verstehen, jenseits der Deteilproblematik einzelner,.

Dass die Problematik nicht einfach ist, kann man ja auch an der öffentlichen Diskussion erkennen.

Man nehme die Kohlekommission.
Liest man den Abschlußbericht, ging es gar nicht mehr um die Kohle, sondern um Beschäftigungsprogramme und Wünsch-Dir-Was.

Im Augenblick ist eigentlich jeder dabei mitzuteilen, warum man jetzt unbedingt den eigenen Bereich subventionieren sollte, denn zum Schutz der Umwelt soll ja jetzt massenhaft Geld verteilt werden.
Kann man sich alles anhören, am Ende müssen aber vernünftige Entscheidungen getroffen werden.

Da die Piraten nicht von irgendwelchen Lobbygruppen abhängig sind, müßten sie das eigentlich auch am Besten hinbekommen.
Notwendig ist aber eine zielgerichtete Vorgangsweise, bei der man durchaus auch mal vom Thema abkommen kann, aber Politik ist nunmal auch an bestimmten Terminen eine politische Aussage abliefern zu können.

Im Prinzip geht es primär darum, mitdiskutieren zu können, da man die Problematik verstanden hat.
Dieses Veständnis muß man sich aber erarbeiten.
Wenn man aber versteht, worum es eigentlich geht, dann fallen einem auch konservative, soziale, sozialistische, grüne, freiheitliche und priatige Lösungsansätze ein, die dann miteinander konkurrieren

Ok - volles Verständnis für den Text und oft auch Zustimmung.
Natürlich werden wir dann in eine paar Monaten auch Lösungen, aber aktuell wenig “aufgearbeitetes” beizutragen haben.

Kohlekraftwerke abschalten ist ja nun nicht so neu… :wink:
Und dass es dazu keinen Termin braucht, weil sie sich von selbst erledigen auch nicht…

Deswegen hatte ich auch das Emotionale der Politik ins Spiel gebracht. Da wird halt entschieden und auch Stimmung/Meinung gemacht. Und das wird im nächsten Monat passieren.
Und wir haben dann wenig interessantes auf das wir hinweisen können. Aber dafür wahrscheinlich in ein paar Monaten was fundiertes. wie so oft im Programm.
Nur, wenn der Zug abgefahren ist, ist es schwer in wieder anzuhalten um auch zuzusteigen.

So einfach ist das aber nicht, da Laissez-faire bei der Kohle nunmal zu drastischen Einschränkungen und Beschäftigungsverlusten in anderen Bereichen zwingend führt.
Etwas länger Kohle bedeutet nunmal weniger Heizung, Kühlung, Mobilität etc.

Angesichts der Mengen an CO2 die Kohlekraftwerke ausstoßen, ist die Forderung sie schnellstmöglich abzuschalten alternativlos. Dieses sollte mit ein oder 2 Kraftwerken noch dieses Jahr und alle bis in 3 Jahren passieren.

Nur wer einen großen Schritt vorangeht, kann diesen “Die anderen tun doch auch nichts” Stillstand überwinden.

Als Parteipolitiker einer sehr kleinen Partei muss man sich aber auch fragen, wie man sich ins Gespräch bringt und Themen für die eigene Partei besetzt.
Auch wenn die Piraten aus den Landtagen verschwunden sind, wird in immer mehr Orten darüber diskutiert, ob fahrscheinfrei die Innenstadtverkehr entlasten kann.

Da steht zwar nicht mehr Piraten dran, aber man kann daran erinnern wo es her kommt.

Statt einer Liste mit Maßnahmen zur CO2 Reduktion die sich im wesentlichen mit dem deckt, was Umweltschutzverbände, die Grünen und das Umweltministerium fordern, sollte man versuchen Themen zu besetzen und Diskussionen anzuwerfen.

  1. Trinkwasserknappheit

Fordern wir mehr Trinkwasserspeicher, die Feuerwehr braucht Löschteiche und die Bauern brauchen Regenwasserspeicher um ihre Felder zu bewässern. Das Grundwasser aus dem Boden zu pumpen ist zu umweltschädlich.
Regenwasser-auffangbehälter und die Nutzung von Regenwasser z.B. für die Toilettenspülung sind nicht neu, aber können wieder aktiv gefordert werden.

  1. Alternative Finanzierungskonzepte
    Wer bis jetzt sein Haus noch nicht gedämmt hat oder noch eine CO2-Schleuder als Heizung hat, der kann sich vermutlich nicht leisten so eine Maßnahme auf Kredit zu machen. Der Staat könnte mit Negativzinsen und Mengenrabatt z.B. Wärmepumpen erwerben und diese Systeme vermieten oder Leasingangebote machen, die sich über die Heizkostenersparnis finanzieren lassen.

  2. Konzepte zur Verkehrsvermeidung
    Was um die Großstädte in Staus an CO2 verblasen wird, dass könnte man vermeiden indem man z.B.

  • Anreize schafft Unternehmen in kleineren Orten anzusiedeln
  • fördert, dass Gewerbebetriebe die kaum Lärm und Schmutz verursachen sich mit Werkswohnungen umgeben von denen die Mitarbeiter zu Fuß ihren Arbeitsplatz erreichen. Hauptverwaltungen von Versicherungen oder so bieten sich da z.B. an. Natürlich muss dann die Finanzierung der Kommunen neu geregelt werden.
  • mehr home office wo es möglich ist
    Ganz nebenbei könnte so etwas auch die Mietproblematik in Großstädten verbessern.

Um nur mal ein paar Sachen in die Diskussion zu werfen, die man politisch sinnvoll fordern kann und die dann von der Piratenpartei besetzt wären.

Kohlekraftwerke firmieren derzeit in Deutschland unter
“Wachstum, Beschäftigung und Strukturwandel”.

Das Ressort “Gesundheit” spielt dabei z.B. gar keine Rolle.

Fragen wir mal anders herum.
Wie wird denn das Programm der Piratenpartei erarbeitet?

Jemand stellt einen Antrag auf einem Parteitag und dann wird weniger oder mehr inhaltlich darüber vom Parteitag debattiert und entschieden.
Diese Inhalte geistern dann Jahrzehnte durch das Programm, da sich eigentlich niemand dafür zuständig fühlt.
Aufgabe einer AG wäre es aus meiner Sicht schon vorher die Inhalte zu diskutieren und zu erstellen und die bestehenden Punkte aktuell zu halten.
Dass es konträre AGs gibt und auch die Inhalte in einer AG konträr vertreten können ist Teil des Plans, denn es können auch konträre Anträge auf einem Parteitag eingereicht werden.
Wenn wir den Mitgliederentscheid hätten, könnten wir uns langwierige Diskussionen auf dem Parteitag ersparen.

Schaut bitte mal in das vorhandene Programm zur Energiepolitik, da ist eigentlich alles drin.

Kohlekraftwerke nach dem Prinzip zu schließen, das da und das da machen in 6 Monaten zu, wird enorm teuer, da dann wieder wegen “Enteignung” geklagt wird. Viel wirkungsvoller ist es das EEG wieder auf die Füße zu stellen un den Erneuerbaren im Netz unbedingten Vorrang einzuräumen.

Die Kohlekraftwerke sind nicht in der Lage Residuallast zu liefern, zumindest nicht kostendeckend oder sogar mit Gewinn. Das würde sich ganz schnell zu den Gaskraftwerken verlagern, bzw. halt noch mehr als jetzt schon, wo die Kohlekraftwerke bereits massiv unter Druck sind.

Die Stromkonzerne hoffen wahrscheinlich auf die direkte Anweisung Kraftwerke zu schließen, um die dann durch Forderungen wie “Sicherheitsreserve” versilbern zu können. Genau das sollten wir gezielt ansprechen. Der sinnvolle Weg ist den wirtschaftlichen Druck auf die Kohle zu erhöhen, so dass die aus Kostengründen schließen, aber nicht durch ein frontal darauf ausgerichtetes Gesetz, denn gegen das kommen dann die Entschädigungsforderungen, sondern über Bande spielen, indem die Bedingungen für nachhaltige Technologie verbessert werden.

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Altmaier hat grad Pressekonferenz gemacht. Die Bundesregierung fährt genau den dämlichen Kurs, auf dem die Stromkonzerne noch eine Entschädigung erhalten werden, wenn sie dann die längst unrentablen Kohlekraftwerke schließen.