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Abschaffung der Anwesenheitspflicht an Mittelstufen und Oberstufen


#1

Wie sehen die Piraten:

  • die Abschaffung der Anwesenheitspflicht an Schulen,

  • die Abschaffung von Klassenverbänden,

  • die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems,

  • die Abschaffung des Frontalunterrichts mit Tafelabschriften etc.

  • die Einführung und Förderung von barrierefreien Gesamtschulen mit Projektgruppen und Leistungsgruppen, sowie individuellen Projektmöglichkeiten und individuellen Leistungsmöglichkeiten.

  • die Einführung und Förderung von Lernplattformen

  • die Förderung von Gamification an Schulen

  • die Förderung von Lernapps und Participationsapps

  • das Bestehen von Leveln, statt das bestehen von Klausuren oder Stufen.

???

Ist die Institution SCHULE nach diesen Reformen überhaupt noch als solche erkennbar oder solllte ein neuer Name für das Entstehende gefunden werden (wie wäre es mit Universalprogramm, mit der Möglichkeit des lebenslangen Lernens?)?

Zähneknirschend würde ich vielleicht noch der Grundschule erlauben fortzubestehen, die höheren Stufen sind meiner Meinung nach überflüssig.

Subjektiv habe ich während der Schulzeit wertvolle Lebenszeit verschwendet, welche ich nie mehr zurückholen kann. Andere verklären die Schulzeit romantisch, ich nicht.


Spekulation: Wie geht es mit GB weiter?
Ziel: Beste Bildungsinfrastruktur der Welt, Weg: Bildungsausgaben auf 20 Prozent des BIP steigern
#2

Na ja. Frontalunterricht und Klausuren haben schon ihre Berechtigung imho. Und einen Informatikunterricht nur mit Texteditor und Kommandozeile finde ich viel effektiver als irgendwelche Gamification-Lernapps.
Ist aber nur Einzelmeinung und keine Studie. Vielleicht kann ja jemand Letztere anführen.


#3

Wenn es ausgearbeitete Computerprogamme gibt, welche sich an die individuellen Lernbedürfnisse und Leistungsniveaus der Schüler anpassen, dann braucht es keine Klausuren und kein Frontalunterricht mehr. Vielmehr gibt es Challenges, Projekte, Level…

Angenommen Schüler (bzw. Player) 1 erreicht in Mathematik nach 10 Jahren Level 9000 und Schüler (bzw. Player) 2 erreicht nach 10 Jahren Level 5060. Dann sagt das mehr über die Leistungsfähigkeit und Leidenschaft des Jungen aus als eine 1,0 in der Mathematik der Oberstufe.

Angenommen Schüler (Player) 2 interessiert Mathematik nicht die Bohne, stattdessen hat er die Möglichkeiten Projekte als Designer und/oder Admin zu initiieren oder sich in anderen Fächern hochzuspielen.

Es gibt es keine Zugangsvorausetzungen für Bildung oder Projekte. Die Institutionen der Mittelschule, Oberschule, und Universität verschmelzen zu einem Universalprogramm des lebenslangen Lernens. Berufe existieren nicht mehr (stattdessen kurzfristige, mittelfristige und langfristige Projekte) und es gibt ein bedingungsloses Grundeinkommen (Geld wird nicht mehr so existieren, wie wir es heute kennen) und ein kostenloses Gesundheitssystem.

Sum summa summarum: high end und ständig modifizierbare Computerprogramme statt starre und formalisierte Institutionen.

Die zentralen Kategorien des 21. Jahrhunderts werden nicht mehr Klassen sein, sondern Profilstrukturen und Netzwerkstrukturen.

Die Begriffe: Player, (Admin (Agent)) und Designer werden die Kategorien der individuellen Kommunikationszuschreibung sein und nicht mehr Berufe, Lebenstile, Ethnien, Religionen oder Nationen etc.


#4

Nein.
Nein.
Und nochmals Nein!
Bildungssystem muss anders werden, ja, aber keinesfalls so. Denn was aus den vergangenen 25 Jahre so aus den Schulen kommt sehen wir ja. Aber so wie Du vorschlägst? Niemals!


#5

Reflexisives Bsp.:
Du und ich sind Player in diesem Forum und sammeln Feedback, Information, Erfahrung und Likes.
Gleichzeitig sind wir auch Creators bzw. Designer, weil wir uns Wirklichkeiten (Ist-Zustände und Soll-Zustände) beschreiben und Beiträge/Themen erschaffen und modifizieren.

derBorys etc. sind Mods. Creators und wahrscheinlich auch Admins.

Zuletzt die Admins und Designer, welche komplette Websides und Software erschaffen bzw. coden und modifizieren.

Und dann gibt es nocht die Bots, welche die menschliche (Sklaven bzw. Erwerbs-)-Arbeit der letzten Jahrhunderte erledigen.


#6

Bildung ist ein anderes Wort für erschaffen, schöpfen oder kreiieren. Bildungssystem soll die Schaffenskraft einer Gesellschaft fördern und nicht den formalisierten Zertifikatserwerb und die linearen Lebensläufe.

Ich habe mich schon immer gefragt wieso es in Deutschland diese Schrift-, Papier- und Zertifikatsgläubigkeit gibt. Was geschrieben steht ist unveränderlich und stimmt :roll_eyes:


#7

Entschuldige bitte die Kurzform meiner Antwort. Aber wenn ich so etwas lese geht mir jedes Mal der Hut hoch.

Deine Ideen mögen ja ganz plausibel klingen, sie sind aber nichts weiter als das herum schrauben an den Symptomen, es findet keine Beschäftigung mit den Ursachen statt.

Spoileralarm - Wer eine etwas drastische Ausdrucksweise nicht mag sollte ab hier nicht mehr weiter lesen!

Begründung (aufklappen)

Ich formuliere das ganze mal knallhart, ohne meine Worte an lieb und nett anzupassen.

Wenn ich sehe was ich bisweilen so an die Schule bekomme wird mir übel. Die Kinder kennen keinerlei Umgangsformen, bisweilen kennen sie nur Gossensprache, meinen dass nur der stärkere überlebt und haben genau Null Respekt. Mit anderen Worten, die kommen aus Elternhäusern wo man an und für sich die Eltern zuerst schulen müsste, wie man Kinder aufzieht. Und hier spielt es keine Rolle, aus welchem Bildungsstand die Eltern kommen. In den meisten Fällen sind die größten Rotznasen in den Haushalten mit Geld zu finden. Aber nee, die Kinder werden lieber vor der Röhre geparkt, weil sie stören ja. (Manches mal wünschte ich mir eine Art “Kinderschein”, der vor dem erzeugen von Kindern durch die Eltern beantragt werden müsste, wo vorab geprüft wird, ob sie überhaupt in der Lage sind zur Kindererziehung)

Mit anderen Worten, die meisten Lehrer sind absolut überlastet mit solchen Kindern. Das fängt zumeist schon im Kindergarten an, wird aber oft erst dann richtig schlimm, wenn den Kindern zum ersten Mal in ihrem Leben “Aufgaben” gestellt werden, die sie erfüllen müssen. Diese Diskrepanz bekommen viele Lehrer einfach nicht hin. Die Kinder aber auch nicht. Die Gründe hierzu sind aber vielfältig.

  1. Klassen dürfen die Anzahl von 15 Schülern nicht übersteigen. Nur so hat man als Lehrer noch die Chance bei Problemen auch innerhalb des normalen Unterrichts eine Art “Individualunterricht” zu machen. Das funktioniert aber nur, wenn man als Lehrer seine Ohren überall hat. ;o)

Die Gliederung in derzeit 3 Schularten … ja darüber kann man durchaus diskutieren, ich halte sie aber für optimal, wenn man es richtig macht. So wie diese Schularten derzeit laufen sind die fürn Arsch, ganz knallhart.

Grundschule über 4 Jahre … ich würde die unter Umständen vielleicht auf 3 reduzieren. Darüber könnte man nachdenken. Jedoch muss hier die Grundbildung erfolgen. Das bedeutet, da sollte das schreiben per Hand gelernt werden. Da gehören so Dinge dazu wie Allgemeinbildung, z.B. Garten und Tiere, ja auch Kommunikation, Sozialkompetenz. Die Kinder müssen lernen, woher Ihr Essen kommt und wie es gemacht wird (stark verkürzt erklärt)

In den ersten 2-3 Jahren Schule, legt man echt das Fundament für alles weitere. Leider kenne ich viel zu viele Schüler, die mit Freude ihren ersten Schultag hatten, später aber nur noch Angst vor der Schule hatten und dann keine Leistungen mehr erbringen konnten. So etwas muss ein Lerher frühzeitig mitbekommen, deswegen braucht es eine Pädagogische Ausbildung. Ein Numerus-Clausus für das Lehrerstudium diesbezüglich ist abzulehnen. Viel mehr sollte es einen Eignungstest geben, der sich daran orientiert, wie die Sozialkompetenzen des “Lehrers” sind. Auswendig lernen können viele, das Herz auf dem rechten Fleck haben aber die wenigsten.

Die Hauptschule sollte um 1 bis 2 Jahre verlängert werden. Früher hat es vielleicht noch genügt sich um lokale Prozesse und Dinge zu kümmern, sei es Zusammensetzung von Menschengruppen, Typen und Eigenarten der jeweiligen Landstriche. Im Zuge der Globalisierung hat sich dieses Feld aber wesentlich erweitert. Die Zusammenhänge die das persönliche Leben betreffen sind inzwischen wesentlich vielfältiger als das noch vor 20 bis 30 Jahren der Fall war. Zudem geht es um Grundkenntnisse in Wirtschaft, Soziales, Umwelt usw. Vieles kann nur durch eine Art Frontalunterricht gelehrt werden. Wichtig ist hierbei aber einen Bezug zwischen Theorie und Praxis herzustellen. (Ich bringe hier nur mal als Beispiel das Bildungswesen der DDR in Sachen der beiden Fächer “Produktive Arbeit” und “Einführung in das Sozialistische Produktion” - kurz PA und ESP - ein.) Die Kombination ist nach wie vor genial.

Das “Erweiterte Schulsystem”, sprich Gymnasium, gehört aber komplett überarbeitet. Ab der 8. Klasse bei einem normalen 10 Klassen Schulsystem, sollten die Schüler bei Eignung erst auf das Gymnasium wechseln können. In den beiden Jahren bis zur 10. Klasse sollte der vermittelte Stoff aber ähnlich sein, nur die Lernmethoden sollten sich hier unterscheiden. Im Gymnasium erwarte ich etwas mehr Eigenständigkeit und den Willen mehr lernen zu wollen als im Regelschulbetrieb. Soll heißen, die Schüler lernen, natürlich unter Anleitung, mehr über ein Thema als in der Regelschule. Werden die Erwartungen im Gymnasium nicht erfüllt, geht der Schüler mit dem Abschluss 10. Klasse vom Gymnasium ab. Keine Nachteile, alles gut.

Die Gymnasien selbst sollten 3-4 Jahre an Schulzeit haben. Sie sollen auf das Studium vorbereiten. Das selbstständige lernen steht hier zwar im Vordergrund, jedoch muss immer eine Anleitung vorhanden sein. Jedoch kann man durchaus darüber nachdenken, ob die Schüler nicht so eine Art “Selbstorganisation” des Schulstoffs durchführen. Soll heißen, es gibt ein Lernziel über alle Fächer, wie sie sich aber das organisieren, sollte unter Anleitung und Hilfe so weit wie es geht eigenständig geschehen.

Alles in allem, derzeit gibt es zur normalen 10. Klassen Schule, maximal 12 oder 13 Jahre Schule mit Gymnasium. Wir sollten, da sich die Rahmenbedingungen verändert haben, inzwischen über 12 Schuljahre im Regelbetrieb nachdenken und 14 bis 15 Jahre mit Gymnasium.

Es gilt aber auch einiges abzuschaffen. Zuallererst diese PISA-Studien, die unsere Kinder lediglich nach Wirtschaftlichen Gesichtspunkten einsortieren. Zudem gehört das Prinzip “Leistung ist nur wenn Du das machst was im Buch steht” abgeschafft wird. So wird weder das eigenständige Denken noch die Kreativität gefördert. (Kreativität lediglich durch Kunsterziehung erreichen zu wollen ist mehr als dämlich).

So weit ganz grob umschrieben, was Schule zu leisten in der Lage wäre, wie man sie organisieren kann. Es gibt natürlich noch wesentlich mehr, das würde hier aber bei weitem den Rahmen sprengen. Zudem habe ich nur sehr rudimentär die Argumente beschrieben, es ginge noch wesentlich tiefer.

Am Ende liefe die Bildung auf eine Art Theorie und Praxis hinaus, aus denen man durchaus streitbare Menschen hervorbringt, die nicht nur stur das nachplappern was der Lehrer ihnen erzählt hat, sie würden eben unangepasst sein.

Das ist das reine “Grundkonzept”! Da sind noch nicht eingebaut wie Dinge der Digitalisierung, Lernmethoden oder gar die Abschaffung des Förderalismus, ersetzt durch zentrale Bildungsstrukturen, um auch wirklich ALLEN die gleichen Chancen zu geben. Da fehlen noch so viele Dinge mehr, aber das würde an der Stelle zu weit führen.

Wir werden inzwischen alle etwa 20 Jahre älter, da kann man doch wohl erwarten, 2-3 Jahre mehr Grundausbildung zu haben, oder?

Das ist ein Thema das so extrem groß ist, dass man das nicht in ein paar Zeilen, Sätzen oder wenigen Stunden erläutern kann.

PS. Ja die Kinder müssen auch lernen, dass sie nicht nur Rechte sondern auch Pflichten haben. Inzwischen ist es doch so, dass die meisten ihre Nase nur im Wolkenkukucksheim haben, dass ihnen, wenn sie nur viel Youtube machen, tolle Stars werden und das Geld - besser ihr überleben - von allein kommt.


#8

Bitte lies das Parteiprogramm. Der Bildungspolitische Teil ist sehr ausführlich.


#10

Wie auch aus Ihrem Kommentar entnehmen kann sind Sie voreingenommen, da Sie im Lehrbereich tätig sind.

  • Ich sehe Schulklassen und Projektgruppen in erster Linie als einen Treffpunkt sozialer Mileus und lediglich sekundär als Leistungsapparat. Deswegen ist der Leher in erster Linie Psychologe, Pädagoge und sekundär Begleitperson bzw. Tutor und/oder Mentor.
  • Das dreigliedrige Schulsystem hat allein den Zweck soziale Mileus zu separieren und wirkt desintegrierend. Das amerikanische Schulsystem wirkt wesentlich integrativer und leistungsorientierter, da es schon früh viele Leistungskurse neben dem linear verpflichtenden Stundenplan gibt.

Ich habe da eine komplett andere Sichtweise und maße mir diese auch an, obwohl ich nicht in diesem Bereich tätig bin. Jedoch war ich 13 Jahre lang in der Schule …


#11

Du machst sehr deutlich, dass du glaubst du hättest Ahnung von sehr viel.

Hast du aber nicht.

Du hast uns von der AG Technik NRW damals 2012 eindrucksvoll erklärt wir hätten keine Ahnung, und deinen Ankündigungen dann einige Flops folgen lassen.

Etwas Bescheidenheit und Höflichkeit würde dir gut anstehen.


#12

Nein, bin ich nicht. Ich habe nur 3 Kinder, habe selbst eine Schulbildung genossen, hatte einen Elternteil, welcher Lehrer war und habe eine Schwiegertochter, die Lehrerin ist. Mein bester Freund ist Gymnasial-Lehrer, eine Freundin ist Oberstufenlehrerin. Selbst bin ich aber auch noch in Schulen unterwegs als Fachinformatiker, habe an 3 verschiedenen Schulen eine Computer AG, übernehme die Erwachsenenbildung und habe da eigentlich viel zu viel Input. Zudem lese ich verdammt viel. Gerade was das Thema Bildung betrifft.

Nein, ich bin alles andere als voreingenommen, ich sehe nur was aus den Schulen heraus kommt. Oder besser och, was ich an Trotteln von den Unis bekomme. 80% kannste in die Tonne treten, weil denen alles fehlt was eigentlich nötig wäre. Eine von mir vermutlich nicht ganz unbekannte Umschreibung lautet so: “Ich habe Recht weil mein Professor hat gesagt!”. Etwas das ich fast im Wochentakt höre. Es gibt nur noch auswendig lernen, damit man dem Lehrer gefällt und gute Noten bekommt.

Ach ja, hier neben mir sitzt noch jemand, der sich den Text durchgelesen hat. Weisste was von der kam? “Scheiße noch mal, Kindern beibringen wie sie das lernen lernen?! Wie geil ist das denn!”

Noch Fragen?

Sorry Leute …


#13

Der Einzelne wird ohne die Gruppe mehr Fähigkeiten erwerben und selbstständiger Denken.
Bestimmte Leistungen können jedoch nur in der Gruppe vollbracht werden und das ist vorallem die praktische Umsetzung von Projekten.

Fazit: Um intellektuelle Arbeit leisten zu können, ist keine Gruppe notwendig, lediglich ein paar gute Kontakte auf der selben Wellenlänge und mit der selben kognitiven Leistungsschwelle. Um praktische Projekte umzusetzen sind jedoch meistens Gruppen erforderlich.

Fazit vom Fazit: Klassen, Stufen, Schulen etc. sind nicht erforderlich um seine kognitiven und intellektuellen Fähigkeiten zu steigern, können jedoch sinnvoll sein um Soft Skills zu erlennen und Projekte initiieren zu können.


#14

Tolle Annahme, die Ausnahme zur Regel machen?! Ja genau das funktioniert eben so nicht.

Ich sage es mal so einfach und nett wie mir möglich ist: “Keiner kann für sich allein existieren, jeder ist von irgend einer Gruppe abhängig!”. Das Prinzip geht über Rechte und Pflichten, über Konsens und Ablehnung, über geben und nehmen. Am Ende gilt nämlich auch das Prinzip Motivation. Es ist nämlich immer wieder spannend zu sehen, wie sich Gruppen gegenseitig befruchten können. Man erreicht nämlich wesentlich mehr, wenn man das “lernen voneinander” in den Vordergrund stellt. Das was Du vorschlägst ist nichts weiter als eine Gruppe zu verwöhnen, die andere aber Chancenlos im Regen stehen zu lassen. Das kann nicht der Sinn der Sache sein.

Klassenstufen werden aber immer nötig sein. Wie will man denn sonst eine Art von Fortschritt, also auch durchaus eine Leistung “abrechnen” können? Natürlich machte eine rein persönliche Ausbildung unter Umständen mehr Sinn. Der eine würde dann vielleicht 10 Jahre für seine Ausbildung benötigen, der andere 20 Jahre. Du weißt dann aber schon, was dann passiert? Diesen “Wettbewerb” der dadurch entstünde, wäre eine Potenzierung zum dem den wir heute haben. Und das will keiner … weil eine Ellenbogengesellschaft in der nur “der bessere” existiert, weil jene die ein Defizit haben dann unter den Tisch fallen, nein, das ist keine erreichenswerte Gesellschaft. Entweder wir lernen alle die Verantwortung für schwächere zu übernehmen oder es wird irgendwann das Recht des stärkeren einziehen. nein Danke, nicht meine Welt.


#15

Welche Gruppe möchte ich im Regen stehen lassen? Ich möchte, dass das Invididuum unabhängig von insitutionalisierten Gruppen ist und seine Gruppen nach seinen Interessen aussucht - und das frühst möglich. Cliquen bilden sich so oder so in institutionalisierten Gruppen, auch Organisationen genannt. Die Cliquen konstituieren sich wiederum nach den selben Interessen, Fähigkeiten oder Aussehen (weit gefasst und beinhaltet auch Mode, Kultur und Stil). Wieso nicht gleich die Institutionen aufheben, wenn das sowieso passiert? Wieso nicht ein digitales Lernen ermöglichen, welches unabhängig von Raum, Physis und Zeit ist?

  • keine Zwangsanwesenheit in institutionalisierten Zwangsgruppen ( Auswahl soll Bottom-Up statt Top-Down erfolgen)
  • Mobbing verhindern.
  • ADS Kindern die viel Bewegung brauchen und kurze Aufmerksamkeitszeitspannen haben individuell optimal Lernmöglichkeiten bieten.
  • barrierefreies Lernen ermöglichen, d.h. das körperlich beeinträchtigte Menschen selbstbestimmt Projekte initiieren können und optimale Lernumgebungen haben.
  • toleranteste und beste aller möglichen Welten

#16

In den meisten Fällen waren es Gruppen. das wird nur oft nicht deutlich.

Um einen Vergleich mit dem Sport zu machen, der Atlet in einer Einzelsportart erbringt seine Leistung alleine, mit einem:
Trainer,
Physiotherapeuten,
Ernährungsberater,
Psychologen,
Koch,
Haushaltsdienstleister,
Fahrer und natürlich
Sponsoren.

Was man halt so alleine nennt.


#17

Ich nehme mal nur Bezug auf diesen einen Satz, weil er exemplarisch für einen kapitalen Denk-Fehler steht.

Du wirst immer in eine “Zwangsgemeinschaft” hinein geboren. Und wenn es nur die eigene Familie ist.

Im Eingangstext schrieb ich ja, dass individuelle Förderung auch stattfinden kann, ja sogar sollte. Aber hee, noch mal, was Du forderst ist eine lediglich andere “Gruppenbildung”. Die Ausweitung der Leistungsgesellschaft. Siehst Du denn nicht, wie strunzdämliche Eltern Ihren Kindern bisweilen Dinge abverlangen, die diese nicht mal im Ansatz erfüllen können? Wie viele Kinder brechen früher oder später zusammen - der Teil wird von Jahr zu Jahr größer - weil sie eben nicht den Erwartungen entsprechen?

Du sprichst von Zwang, ich von Globalisierter, mindestens jedoch Gesellschaftlicher Notwendigkeit, innerhalb von Gruppen interagieren zu können. Ich verstehe nicht wie man das was hier seit Jahren passiert, so dermaßen ignorieren kann. Du propagierst indirekt - jeder macht was er will - ja was durch diese Denkweise passiert sehen wir ja momentan sehr intensiv.

Und Pardon, ich kenne zwei verschiedene Gesellschaftssysteme. Und ich habe meine Lehren gezogen, etwas das mich zu den meisten hier ganz massiv unterscheidet. Ja, ich werfe das ein, weil man ja ziemlich oft (nicht von Dir) immer gern auf die persönliche Schiene ausweichen will, wenn die Argumente anfangen zu fehlen.

Damit ist für mich das Thema auch durch. Ich habe gesagt was zu sagen war, mehr wird nicht von mir kommen. Es sei denn es ist etwas erhellendes dabei.


#19

Mal gesehen, was die da lernen?

TL;DR: Ich nicht.


#20

Im Leben vor der Tür gibt es ganz andere Challenges, Projekte, Level… für die es keine Rolle spielt, ob Du in Mathe Level 4000 oder 5050 hast.

Deine angesprochenen Computerprogramme fallen unter Lehr- und Lernmittel.
Spannend war im Übrigen die deutsche Wiedervereinigung, als man keine Lehr- und Lernmittel mehr hatte, die der Realität entsprachen.
Am Ende hat man die westdeutschen Bücher übernommen und nach und nach überarbeitet.

Fällt übrigens alles unter Landespolitik, da solltest Du bei deinem LV vorstellig werden.
Mathematik in NRW nicht gleich Mathematik in Bayern, auch bei gleichem Level 5050.

Bezüglich Frontalunterricht sei gesagt, dass das System sehr träge ist, denn die Lehrer die jetzt unterrichten, sind die, denen das bisherige System so gut gefallen hat, dass es zu ihrem Beruf wurde. Gleiches gilt für die Ausbildung der Lehrer. Wer etwas anders machen möchte, wird vorher ausgesiebt.

Das Generallandschulreglement in Preußen sieht für die Kinder auf dem Lande eine Schulpflicht vor, die in der Regel vom 5. bis 13./14. Lebensjahr dauern soll. Alle sollen "das nöthige vom Christenthum“ und "fertig Lesen und Schreiben“ lernen.


#21

Um aber mal die Fragen zu beantworten:

Piraten sind für die Schulpflicht das beinhaltet die Anwesenheit
Die Schule ist auch ein sozialen und integratives Happening, wie sonst sollen Einzelkinder den umgang mit anderen Menschen lernen und wie willst du anders verhindern, das manche “Sekten” ihre Kinder von fremden Gedankengut schützen wollen.

Frontalunterricht ist Sache des einzelnen Lehrers, Piraten fordern individualisiertes Lernen das ist eher nicht Frontalunterricht.

Koedukation und Inklusion sind den Piraten wichtig.


#22

Ich würde dann aber den Anwesenheitsbegriff überdenken. Statt einem linearen Stundenplan ein bestimmtes Lernpensum pro Woche z.B. es sollen 30h Stunden (davon 15h flexibler Aufenthalt in Leistungsgruppen und 15h flexibler Aufenhalt in Projektgruppen) absolviert werden oder/und 5 Level individuell gespielt werden.

Die Leistungsgruppen (max. 5 Player/Akteurs) sind sogenannte Tutorien oder Seminare, welche von einer Lehrkraft geleitet werden, welche über psychologische, pädagogische Sozialkompetenz verfügt d.h. Konfikte in konstruktive Bahnen lenkt und moderiert (Lehrkraft als Moderator). In den Tutorien (die 5 Players spielen im selben Level) werden Level diskutiert und Modelle erstellt, Erfahrungen geteilt.

Die Projektgruppen sind Projekte :expressionless:, welche sehr groß sein können, aber auch sehr klein, sowie sehr kurzfristig, mittelfristig und langfristig. Sie werden ebenfalls von einem Moderator begleitet. Dieser Moderator kümmert sich darum, dass die Aufgaben gut verteilt sind und keine zu großen Ungerechtigkeiten entstehen.

Um einer Desintegration entgegenzuwirken werden higher Levelplayer dazu angeregt andere Player zu moderieren und Projekte zu initiieren d.h. auf das heutige Schulsystem umgemünzt, dass ein Oberstufenschüler Mittelstufenschüler unterrichtet.

Fazit: Leistungsgruppen dienen zum Ausbau der Leistung, Projekte sind integrative Kraft, welche unterschiedliche Levelplayer zusammenbringt. Alterstufen, Klassenstufen oder Schulgliederungen spielen keine Rolle mehr.