5G - Piraten pro/contra?

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Ahoi,

da die 5G-Lizenzbörse soweit in Tüten sein dürfte - brauchen wir 5G (zumindest aktuell, nicht potenziell)? Die üblichen Argumente sagen nette Sachen wie höhere Geschwindigkeit, größerer Datendurchsatz in immer kürzerer Zeit, geringere Wartungs- und Haltungskosten, aber die Gegenseite bringt gesundheitliche Risiken durch EM-Strahlung, stark verdichtetes Sendernetz mit dementsprechendem Platz- und Strombedarf und drohende Obsoleszenz aktueller Mobiltelefontechnik ins Feld. Welche Aspekte habe ich vergessen, und wie wird die Situation hier eingeschätzt? Nur weil ich im Moment keinen Aspekt der neuen Netzgeneration nutze heißt es ja nicht, dass es nicht gut sein kann. Finden wir einen auch nach außen kommunizierbaren Konsens, oder ist das Thema fernab jeder Partei- und pure Wirtschaftskonzernentscheidung?

Cheers.

Die Sendeleistung der Basisstationen ist nicht besonders hoch (unabhängig ob 4G oder 5G), das bewegt sich in der Größenordnung von 10W. Wenn man nicht direkt mit dem Gesicht vor der Antenne steht hat das keine belegten negativen Auswirkungen auf den Menschen, da die verwendeten Frequenzbereiche nur eine Erwärmung des Gewebes verursachen aber nicht ionisierend sind. Durch den Abstand von einigen zehn bis hundert Metern ist aber auch die Wärmeleistung extrem gering, vielleicht ein paar Nanowatt. Das Endgerät selbst hat einen deutlich größeren Effekt, allerdings ändert sich da von 4G zu 5G zunächst einmal auch hier sich nicht wirklich etwas, weder von den Frequenzen (2GHz 3,4GHz und 3,7GHz waren jetzt in der Frequenzauktion, das sind SHF-Frequenzen wie sich auch jetzt schon verwendet werden) noch von den Leistungen (die eher niedriger werden).
Auf Dauer soll 5G dann auch mit Milimeterwellen (60GHz z.B.) genutzt werden können, für deutlich höhere Bandbreiten. Diese sind in den verwendeten Leistungen auch nicht gefährlich, werden allerdings deutlich leichter von allen möglichen Gegenständen abgeschirmt, weshalb sie praktisch eine Sichtverbindung zwischen Basisstation und Endgerät erfordern. Das heißt, dass wirklich ein sehr engmaschiges Netz an Basisstationen notwendig ist. Auch die Anforderung an die Endgeräte wird hier sehr hoch, da diese Beamforming (Abstrahlung der Sendeleistung in eine bestimmte Richtung) unterstützen müssen.

Einer der Hauptvorteile ist die verringerte Latenz (gerade für die Echtzeitsteuerung relevant). Das größte Problem ist IMO die gesteigerte Komplexität.

Das ist in erster Linie einfach erst einmal nur technischer Fortschritt. Politisch relevant sind eben die Randbedingungen, also gerade wieder die Netzabdeckung, hier insbesondere die Versorgungssituation in ländlicheren Bereichen, die Frequenzvergabe (verhindern von Oligopolen) und die Fragen, die sich durch neue Nutzungsmöglichkeiten ergeben (angefangen von der Sicherheit über Überwachungsprobleme etc.).

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Parteikonsens könnte sein (oder ist es vielleicht sogar - ich kenn’ das Programm nicht so gut wie Thomas Ganskow), dass Netzausbau her muss und JA - bis die letzte Milchkanne versorgt ist. Ob mit 5G oder anderen Technologien, sollte erst einmal dahingestellt sein. Es gibt in der 200.000+ Einwohnerstadt Halle/S. immer noch Gegenden, in denen 2 MBit/s DSL angesagt ist. Die Telekom dazu: Wir haben da noch ein geiles LTE-Angebot; kostet halt ein paar Münzen mehr pro Monat. Solange die Frau mit dem Flugtaxi derartige Machenschaften duldet, wird sich auch nix ändern.
Was 5G angeht - technischer Fortschritt ja natürlich- @S3sebastian hat die technischen Hintergründe ja sehr gut erläutert. Das Fortschreiten mit 5G wird sich in DE allerdings, vermute ich, mit schweizerischer Gelassenheit vollziehen. Ich persönlich halte das Ganze für eine riesige Sprechblase und befürchte nicht einmal das vorzeitige Ableben aktueller Smartphones, weil sie technisch sehr bald überholt sein könnten.
Summa summarum: Ich meine, wir sollten uns nicht so sehr TECHNISCH zu 5G positionieren, sondern vielmehr allgemein zum im Schneckentempo voranschreitenden Netzausbau, zu den Mechanismen, wie dieser behindert wird. Ich befürchte, 5G wird - anders als von unseren Führungspolitikern suggeriert - auch mittelfristig keine wesentlichen Fortschritte in der Netzabdeckung bringen. Man wird sicher bald ein paar 5G-Leuchttürme installieren, sich auf die Schulter klopfen und verkünden: “Guckt mal, was wir können!” Und der Rest der Welt wird uns weiterhin belächeln oder sogar in Mitleid verfallen.

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Ich würde sagen klar pro :slight_smile:

Nicht der Geschwindigkeit wegen, eher wegen der Latenz. Bei dem großartigen Zustand des Netzausbaus in Deutschland ist es vielerorts ja so, dass man kabelgebunden (FTTH, Kabel, Kupfer) eher leer bis lachhaft mies angebunden ausgeht. Mein Heiminternet z.B. ist ein absurd teurer LTE Flatvertrag, da das alte Kupferkabel hier lachhafte 2 MBit/s liefern kann und das wars dann. FTTH ist bestellt und angeblich auch ausgebaut, aber liefern kann die Telekom scheinbar noch nicht, weder die Webseite noch deren eigene Tools können meinen Anschluss finden, obwohl das Kästchen längst in der Wohnung hängt. Onlinegaming oder jedwede Anwendung, bei der es auf wenig Latenz ankommt, ist damit alles Andere als Spaß. DAS Problem würde 5G, vernünftig ausgebaut natürlich, beheben.

Ich kann ehrlich gesagt keinen vernünftigen Grund finden, weshalb man unbedingt gegen 5G sein müsste, lasse mich aber im Zweifel gerne eines Besseren belehren :slight_smile:

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Am heutigen Tage hat die Bundesregierung in seiner Kabinettssitzung die Eckpunkte für seine Mobilfunkstrategie festgeschrieben.

Neben den üblichen Lippenbekenntnissen, dass man Mobilfunklücken schließen will und Vorreiter in der 5 G Technik werden will, ist die Einrichtung einer staatlichen Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft von Interesse.

Sie soll immer an den Stellen den Netzausbau übernehmen, an denen private Betreiber trotz entsprechender Bewilligung von Fördergelder kein Interesse oder Kapazitäten am bzw. für den Netzausbau haben. Insoweit wird das auf einen teilweise staatlich durchgeführten Netzausbau in Deutschland hinauslaufen in ländlichen und wenig besiedelten Regionen.
Interessant wird dabei sein, wann und wo diese staatlichen Gesellschaft zum Zuge kommt und inwieweit private Anbieter in Folge diese Dienste,unter welchen Bedingungen, nutzen können usw.
Alles in allem soll durch staatliche Förderung mehr Dynamik für die Vorbereitung für den 5 G Ausbau gebracht werden.

Darüberhinaus, sollen Liegenschaften von Bund, Länder und Kommunen für die Errichtung der erforderlichen Mobilfunkmasten, zur Beschleunigung des Ausbaus bereit gestellt werden.
Über das Verfahren wie das erfolgen soll, sprich auf welcher Grundlage eine Kommune auf einer ihr gehörigen Liegenschaft, die Errichtung eines Mobilfunkmast eines privaten Dienstanbieters gestatten muss , wurde bislang nicht konkretisiert.
Insoweit wird man gespannt sein, wie die Durchsetzung in dem Bereich erfolgen soll, da die Errichtung von Mobilfunkmasten in vielen Kommunen immer wieder auf Widerstand treffen und welche Maßnahmen zur Erhöhung der Akzeptanz der Mobilfunkmasten ergriffen werden.

Das hört sich wie immer alles erst mal super schick und schön an nun bleibt abzuwarten, wie die Realisierung erfolgt. Ich glaube da noch immer nicht recht dran, dass die flächendeckende Abdeckung mit 5 G von Erfolg gekrönt sein wird.

Mit Mobilfunk im klassischen Sinne und Übertragung von Videos hat 5G relativ wenig gemein.

5G ist eine grundlegende technische Revolution, die das Leben wahrscheinlich stärker verändern wird als das Internet oder das Smartphone.

Es geht um Massendatenübertragung in Echtzeit, Bigdata, Messen, Kontrollieren, Steuern

Wir bekommen Echtzeit-Daten von Verkehrsströmen, automatische Ampelschaltungen, Lärmpegeln, Emmissionen, Zustand des Trinkwassers, Regen, Glatteis, Wind, Grippeviren, Kühlschranktemperatur, Rohstoffkontrolle, Verarbeitungstemperatur, Farbstärke, Endkontrolle …

One of the reasons behind China’s rapid rollout is that 5G technology, in general, allows higher levels of precision in the preprogrammed manufacturing process, an area in which Chinese companies lag competitors such as Japan and Germany. “From an industrial technology standpoint, we believe 5G is an important tool for China to upgrade its manufacturing and catch up with leading industrial nations such as Japan and Germany,*” said Mr Cheung. “Our research indicates that much of the legacy production equipment will not able to cope with the high precision requirement of 5G.”*
https://www.ft.com/content/eb448fe0-f966-11e9-98fd-4d6c20050229

Die neuen Netze sollen zunächst das Rückgrat der deutschen Standorte werden, dann über alle Produktionsorte weltweit ausgerollt werden – es wird der sensibelste Teil der Infrastruktur. Denn: Über 5G werden alle Prozesse laufen, von der Entwicklung, über die Produktion bis zum Marketing.

Im Klartext: Die Autohersteller wollen den Aufbau und Betrieb ihrer Mobilfunknetze keinesfalls Dritten wie der Telekom oder Vodafone überlassen. So formuliert es der Volkswagen-Konzern in seiner Stellungnahme gegenüber der Bundesnetzagentur, die dem Handelsblatt vorliegt. Im VW-Konzern plant die Premiumtochter Audi die neue Produktionstechnik einzuführen.

Welche Rolle spielt ein 5G-Netz fürs autonome Fahren?
Erst mit 5G wird eine umfassende Fahrzeugkommunikation möglich. Autonom auf der Autobahn fahren funktioniert auch ohne 5G, aber spätestens, wenn ich um die Ecke schauen muss, reichen mir meine Kameras und Sensoren alleine nicht mehr aus. Da komme ich nur mit schneller und zuverlässiger Car-to-X-Kommunikation und echtzeitbasierten 3D-Karten weiter. Stichwort: vernetztes Auto.

Um nun aber zuverlässig eine hochauflösende 3D-Karte im Auto auf dem neuesten Stand zu halten, brauche ich enorm hohe Datenraten. Zusätzlich ermöglicht 5G-Mobilfunk auch einen extrem schnellen Upload. Schließlich muss ich gleichzeitig Daten aus Fahrzeugsituationen an den Server senden.

Das reicht von einer frühzeitigen Fußgängerwarnung über sicherere Überholvorgänge durch Videostreaming bis hin zur verbesserten Gefahrenbremsung.

5G ist die Plattform für die künftige Vernetzung von allem mit allem, also dem Internet der Dinge. Bisher wurde Mobilfunk nur im privaten Bereich genutzt. 5G dagegen ist auch für die Industrie relevant.

Ein Beispiel ist die künftige Produktion in der Smart Factory: Mit Hilfe des 5G-Netzes können Roboter und Maschinen zuverlässig überwacht werden. Gleichzeitig können sie über das Netz untereinander kommunizieren und so flexibel und besser zusammenarbeiten. 5G-Mobilfunk wird aber auch in der Energieversorgung, im Gesundheitswesen oder im Smart Home zum Einsatz kommen.

As 5G industrialization accelerates, Huawei is working with partners in many industries to develop the indoor 5G industry, and enable smart buildings, remote healthcare, and smart railways. The whole world is becoming more intelligent.

Within the 5G world, the functions of mobile Internet, big data, cloud computing, and smart devices are constantly integrating and transforming. 5G is more than a next-generation technology. It is a key infrastructure for the digital future. Just as 2G transformed voice services and 4G transformed mobile Internet, 5G is the engine that will transform the world.

“With Shanghai Jiao Tong University and Huawei, we have set up platforms to bring together the industry, academia, and research institutes,” said Zhang. “Through more investment in new infrastructure including AI, industrial Internet, and the IoT, we will revitalize this city and build a hi-tech, intelligent Shanghai.”

*“5G has greater capacity and lower-latency. Every sector will be impacted by 5G in some way,” Steve Koenig said during his presentation at CES Asia 2019 in Shanghai. *

*The use of a 5G network in China for the coordination of surgeries is just one example of how 5G technology is going to impact industries across the globe. *

5G allows to have real-time collaboration and guidance during surgeries. Huawei and China Mobile used 5G technology in Guangdong Provincial People’s Hospital to see very clear high-definition images during surgeries

Ich finde wir sollten dafür eintreten das ein Teil der Frequenz Spektren auch für Freifunk Projekte bzw. zur allgemeinen nicht kommerziellen Verwendung freigegeben wird. So das man wie man heute ein Wlan aufmacht, evtl auch ein offenes 5G Netz aufmachen kann. Würde auch dem Anspruch der Piraten entgegen kommen dezentrale Netze fördern zu wollen. Denn damit könnte man wirklich ein offenes/freies Netz aufbauen.

Die Frage ist, ginge sowas mit 5G ? Oder gibt es da technische Argumente welche gegen offene 5G Netze sprechen würden ?

Daher ist der Bedarf nach weiteren Frequenzbereichen, z. B. für lokale Funknetze, für digitale Infrastrukturen vorausschauend zu untersuchen. Hierfür kommen auch Frequenzen oberhalb der derzeit für den Mobilfunk genutzten Frequenzen in Betracht.

. Insbesondere im Zuge der Entwicklung völlig neuer 5G-Anwen-
dungen und der Implementierung von Industrie 4.0, des autonomen Fahrens (Pilotprojekt
A9), M2M und der Umsetzung der Energiewende (Smart Grid / Smart Meter) werden
deutliche Zuwächse von Versuchs- und Testbetrieben auftreten. Die Bundesnetzagentur hat
für diese Prozesse bereits die notwendigen Frequenzressourcen bereitgestellt.
Für den Bereich kritischer Infrastrukturen, insbesondere der Energieversorgung, wurden
bereits Frequenzen für regionale und lokale Netze zur Verfügung gestellt, die u. a. auch für Anwendungen im Bereich Smart Grid / Smart Meter genutzt werden können. Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende wird diese Entwicklungen beschleunigen.
https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Downloads/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Unternehmen_Institutionen/Frequenzen/OffentlicheNetze/Mobilfunk/DrahtloserNetzzugang/Mobilfunk2020/Kompasspapier.pdf;jsessionid=04C15202D7CEA4E60B2D330B2449E2F6?__blob=publicationFile&v=1

Hmm nicht wirklich. Das, was du da schreibst, wird durch das Internet geregelt. 5G stellt dabei nur ein Ein- und Ausgang zum Internet dar. Und warum soll man mit anderen Ein-/Ausgängen das dort nicht realisieren können? Was hat Kühlschranktemperatur mit 5G zu tun, wenn es z.B. übers Heimnetzwerk mit W-Lan funktioniert? Ich glaube du vermischst hier ein paar Fakten. 5G ist ungleich InternetOfThings, BigData, SmartHome, SmartCity, … .

Der Vorteil von 5G ist, dass bei immer größerwerdenden Datenmengen die Geschwindigkeit beibehalten werden kann. Schaue dir auch das 30 minütige Vortragsvideo von einem Experten an: 5G, was ist das eigentlich?

Wer sich ernsthaft mit dem Thema 5G politisch auseinandersetzen will, sollte sich unbedingt dieses Vortragsvideo 5G Überwachungsstandards ansehen. Hier geht es um technische Standardfragen, die aktuell behandelt werden und die Frage “Überwachung (politische Seite) gegen Echtzeitgeschwindigkeit (wirtschaftliche Seite)” wird gut geschildert dargelegt. Man kann nämlich nicht beides haben und somit wäre die Echtzeitgeschwindigkeit auch ein non-plus-ultra gegen Überwachung bei der Datenerhebung.

Die Frage sollte weniger sein, ob Piraten pro oder con sind, sondern vielmehr für welche Standards sie sich einsetzen.

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Der Video Link funktioniert leider nicht. Ich hoffe dieser geht

Link zum Video

Nein, Du verstehst absolut nichts von 5G.

Es geht nicht darum, dass alle Augenkrebs bekommen wenn sie das Internet nutzen und tot umfallen, sondern darum

  • an einer Straßenkreuzung dafür zu sorgen, dass 4 Fahrzeuge, die aus unterschiedlichen Richtung kommen, unfallfrei, ohne anhalten zu müssen, über die Kreuzung fahren

  • kein Mäusekot sich im Getreide der Bäckerei befindet,

  • sich keine Legionellen in der Wurst befinden

  • der Rolladen merkt, wenn die Sonneneinstrahlung den Raum erhitzt und

  • die richtige Wasser- und Düngemenge auf dem Acker ausgebracht wird.

Damit die erhobenen Daten geschützt werden können, muß man erst mal das Prinzip verstehen und nicht eine Technik in völliger Unwissenheit ablehnen.

Könnt ihr es bitte unterlassen euch gegenseitig anzukeifen. Danke.

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Also es lehnt meines Erachtens derzeit in diesem Beitrag niemand ernsthaft die Technologie 5 G ab.
Es war ggfls mein Fehler, die Mobilfunktstrategie des Bundes nicht in einem neuem Thread, sondern unter den alten 5G Pro / Contra Beitrag zu posten. Sorry dafür.

Aber ich finde die Auseinandersetzung mit dieser Technologie (die ich technisch auch noch nicht in Gänze erfasst habe und mit Interesse die von euch geposteten Links und Videos lese/schaue) und die Eure Beiträge dazu, nebst der Sondierung eines Standpunktes der Piraten dazu sehr interessant zu diskutieren.

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Danke, ich habe den Link bei mir auch nochmal gefixt. Da fehlte am Ende ein Bindestrich. :roll_eyes: Übrigens haben die Seiten heute ein paar Ladeprobleme, aber sobald man auf der Seite ist und das Video starten kann, kann man es auch problemlos anschauen.

Jup, das gilt aber auch für jegliche andere Argumentation. Und sei mir nicht böse wenn ich das sage, aber du verstehst das Prinzip jedenfalls nicht. Bitte schaue dir das erste Video an. Einer der Sätze am Anfang der Präsentation erwähnt, dass man all deine Aufzählungen bei dem Thema erstmal vergessen kann.

Zu deinen Punkten:
Für welche dieser Techniken ist 5G unumgänglich? 3-4 deiner letzten Aufzählungen sind lokale Probleme in den Geräten oder Fahrzeugen selbst gelöst werden können. Lediglich das erste Beispiel benötigt in der Form Kommunikation. Vielleicht reicht W-Lan dafür schon aus, denn die Hauptaufgabe muss immernoch die Boardcomputer-KI regeln. Und die Aufgabe ist wesentlich schwieriger als Daten zwischen 4 Autos auszutauschen. Die muss nämlich auch analoge Hinternisse erkennen. Das ist alles aber kein 5G.

Edit:
Und ja, für das Kreuzungsbeispiel wird 5G, 6G, 7G usw bestimmt als Datenübertragungstechnologie verwendet werden. Ist für den Umsetzungsaufwand halt einfacher zu realisieren.

Das war jetzt keineswegs so gemeint und vor allem nicht persönlich.

Es geht doch darum, daß China, wie schon im Beitrag oben beschrieben, diese Technik in Windeseile vorantreibt, um insbesondere seinen Rückstand im hochwertigen industriellen Fertigungsbereich aufzuholen.

Im Schnarchland Deutschland versteigert man die Lizenzen zum Höchstpreis, um dafür Windows-Computer und Pads für die Schulen zu kaufen.
Hinzu kommt, dass man in Deutschland bei neuer Technik meist sein Augenmerk auf die Gefahren längt.
Diesen Gefahren kann man aber nur aus der Welt schaffen, wenn man sich mit der Technik an sich auseinandersetzt. Stichwort Terrorismus und Gamer.

Gerade die Piraten sind doch die Gruppe, die davon am meisten versteht und auch über das größte Wissen verfügt.

Wenn man nun Pro und Contra gegenüberstellt, wird man doch feststellen, dass die Piraten mit Abstand die Partei ist, die einer solchen Technologie offen gegenübersteht und auch die Spielregeln, unter denen die Technik eingeführt wird, mitbestimmen sollte.

Der Schutz der Persönlichkeitsrechte, der Umgang mit den erhobenen Daten, das sind doch alles Urthemen der Piraten, bei denen wir uns völlig einig sind.

Insofern bitte ich meine Bosheit als Wachrütteln zu verstehen, in diesem Bereich ganz aktiv zu werden und mitzugestalten.

Hier noch einmal eine Einführung vom Fraunhoferinstitut, zum Grundverständnis:

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Mir ist klar, dass es viele gute Aspekte für eine Einführung sprechen. Meiner Meinung nach gibt es mehrere Contra-Aspekte, die zumindest die Frage aufwerfen, ob man JETZT diese Technologie einführen sollte.

  1. Meines wissens nach gibt es bisher keine Langzeittest insbesondere in diesem Frequnezbereich und mit solchen Modulationen. Auch wenn kein langfristiges Wechselspiel zwischen elektromagnetischer Strahlung dieser Frequenzbereiche und dem Menschen bekannt sind, heißt das eben nicht, dass es diese auch nicht gibt.

  2. Aufgabe des Staates ist es, Minderheiten zu schützen. Es gibt sehr wohl Minderheiten, die auf elektromagnetische Strahlung in diesen Frequenzbereichen empfindlich reagieren. Wie wird diese Minderheit bei einem solchen breiten Ausbau geschützt? Wurde ausreichend getestet, dass diese Minderheit mit der zu verwendeten Technik klar kommt?

  3. Der hohe Datenverkehr ermöglicht neue Nutzungsmöglichkeiten insbesondere auch mit wirtschaftlichem Interesse. Das kann dazu führen, dass Arbeitnehmer deutlich mehr leisten müssen (höhere Arbeitsdichte), ebenso können Arbeitsplätze wegfallen. Sind bisherige Untersuchungen (soweit überhaupt durchgeführt) ausreichend und ausreichend in die Diskussion eingeflossen? gibt es ausreichend (politische) Regelungen oder muss hier (vorab??) verbessert werden?

  4. Sehr hoher Datendurchsatz ermöglicht auch, dass sehr schnell meine Persönlichkeitsrechte unterwandert werden können, ohne dass ich auch nur eine Chance habe das mitzubekommen. Wie sieht es hier mit meinen Schutzmöglichkeiten aus?

  5. Wie sehen die Auswirkungen auf unsere Umwelt aus? Wir reden von der Klimakatastrophe, sorgen aber dafür, dass immer mehr batteriebetriebende Geräte entstehen, plastikummantelte Sensoeren überall im Haushalt aber auch in der Umwelt verteilt werden. Ich denke jeder kann sich hierzu noch weiteres vorstellen. Wie nachhaltig ist denn die neue Technologie?

  6. Schon jetzt finde ich es sehr ärgerlich, dass bestimmte Sensoren nur über WLAN, Bluetooth usw. gekoppelt werden können. Mit 5G wird das noch mehr werden. Wo ist die Wahlmöglichkeit? Müsste es hierzu einen Eingriff in den freien Markt geben, um eine Wahlmöglichkeit sicherzustellen?

  7. Für mich ersetzt 5G nicht einen Breitbandausbau mit Glasfaser. Fehlen politische Regelungen (vorab?), die den weiteren Ausbau von Glasfaser sicherstellen?

Dies sind ein paar Aspekte, die mir spontan einfallen.

Der letzte Link bestädigt das auch, was ich schreibe. Es handelt sich um eine Übertragungstechnologie. Einen Vorteil, den ich zwar nicht direkt angesprochen habe, der aber im 2. meiner Videos vorkommt, ist die sehr geringe Latenz.
Aber auch diese wird nicht für jeden Anwendungszweck benötigt und dürfte selbst für autonomes Fahren eine untergeordnete Rolle spielen Man muss halt Berechnungen anpassen und die Verzögerung mit einbeziehen. Aber beim Autofahren kommt es auch nicht drauf an, ob das auto nach 2ms durch Kommunikation mit dem entgegenkommenden Auto mit leicht lenken reagiert oder erst nach 50ms. Die wirklich kritischen Aufgaben sind das Reagieren auf unvorhersehbare Gefahren (Kind kommt zwischen parkenden Autos auf die Straße hervor) - also die Board-KI, welche ohne Internet auf eine Lösung kommen muss (da schnellste Möglichkeit zur Reaktion).

Aber genau der Vorteil wird durch die Politik gefährdet, das war auch einer meiner Sätze und gefährtet damit Projekte wie das der Frauenhofer Gesellschaft. Man darf auch nicht vergessen, dass dein Link teils Werbung darstellt. 10Gbit/s wird wahrscheinlich das theoretische Maximum in 10-20 Jahren sein. Das Maximum von 4G ist auch 1Gbit/s - faktisch hat man eher 1/3 bis 1/5 der Übertragungsstärke.

Es werden ja erstmal Frequenzen umgewidmet oder Frequenzen Lücken genutzt. Da sehe ich kein Risiko. Weiterhin hat die BNetzAgentur schon weitere Tests angekündigt. Es ist aber aus physikalischer Sicht eher unwahrscheinlichy dass da große Risiken zu erwarten sind (irgendwo im Forum kursiert da ne Zusammenstellung von mir Rum).

Dazu gibt es keine wissenschaftlichen Nachweise, oder zumindest sind sie mir nicht bekannt und bei meiner Recherche für die Mandatsträger hier auch nicht begegnet. Wir können schlecht Dinge regulieren die nicht einmal erfasst werden können.

Diese Logik kann ich nicht nachvollziehen. Inwiefern steigen die Erwartungen, wenn ich mehr Datendurchsatz habe? Zumal wir hier über Funktechnik reden, an stationären Arbeitsplätzen wird man wohl weiter auf Kabel (Glasfaser) setzen, soweit möglich.

Auch das kann ich nicht nachvollziehen. Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen Bandbreite und Persönlichkeitsrechten. (Eine Adresse, eine Versichertennummer hat wenige Byte/Kilobyte).

Genau so nachhaltig wie jede andere Technologie auch: so nachhaltig wie der Betreiber sie unterhält. Kein Problem des 5G Standards.

Erkenne ich keine Logik. Das eine sind lokale Netzwerke/Funkverbindungen, das andere ein Mobilfunkstandard mit wesentlich höheren Kosten. Ich kenne kein Hausautomationssystem das Sensoren via Mobilfunk an die Zentrale anschließt. Halte ich auch nicht für effizient.

Sind auch 2 unterschiedliche Technologien die sich nicht unbedingt im Weg stehen. Wenn man die Sache aus einem rationalen Standpunkt betrachtet wird man meist Kabel vorziehen, da günstig wartungsarm und zuverlässig.

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Wenn 5G im Schnitt 2-3 Gbits schaffen sollte. Dann wäre das genug um damit ein ganzes Dorf mit Breitband Flatrate zu versorgen. Dann müsste man nicht bis an jeden Hauseingang ein Kabel verlegen. Gerade für den Ländlichen Raum wäre der zügige Ausbau daher sehr wichtig. Das würde schneller gehen als zu warten bis irgendwo im Tiefbau Kapazitäten frei sind um Leerrohre usw zu verlegen, wäre auch günstiger.

Zumal die meisten Leute die ich kenne, besonders die welche von Technik null Ahnung haben ja ohnehin immer mehr über Smartphone/Tablet machen. D.h mobil sein wollen. Die Zeit wo man eben einen PC mit einem Netzwerkabel irgendwo stationär rumstehen hat neigt sich dem Ende entgegen.

War neulich in den USA, da gibts bezahlbare 4G Flatrates, kann man eben auch irgendwo in der Pampa Netflix in 4K schauen ohne das es ruckelt. In Deutschland (bisher) unvorstellbar. Die Nachfrage nach schnellem Internet wird sich daher immer mehr auf den Mobilfunk verlagern. Fände ich auch sehr viel geiler so, egal ob ich mit meinem Notebook auf der Parkbank, im Caffee oder im Zug hocke. Ich hab Breitband.

Der Ausbau von bezahlbarem 5G sollte daher wie ich finde durchaus Prioriät haben.

Der Standard sieht eine Trennung in einzelne Bereiche vor die dann auf entsprechende Merkmale optimiert sind. Das ist eines der Highlight-Features. Ich kann also einen “Channel” haben der auf low latency ausgelegt ist und einen anderen der auf viele Teilnehmer getrimmt ist.