28000 US Dollar für einen einzelnen Bitcoin?

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Bisher hat die Piratenpartei sich ja noch gar nicht zu diesen Coins geäußert. Ja warum denn eigentlich nicht ? Die Piratenpartei als Digitalpartei sollte doch dazu eine klare Position haben schließlich wird das Thema immer wichtiger für die Finanzmärkte !

Deshalb stelle ich da mal so ein paar Fragen:

Wie kann man es sich denn so erklären das der Bitcoin jetzt so viel Bares Geld wert ist ?

Wie weit kann und wird der Kurs in Zukunft noch steigen ?

Droht eine Blase oder ein Bitcoin Crash oder wird die Währung unendlich so weiter steigen ?

Entsteht eine neue Klasse von Crypto Millionären und Milliardäeren die Reich werden weil Sie frühzeitig Coins gekauft haben ? Ist das Gerecht oder nicht ?

Welche folgen hat diese Entwicklung für die Realwirtschaft ?

Welche Folgen hat es für Soziale Ungleichheit ?

Welche Chancen zur Finanzierung von Startups entstehen hier ?

Sollte der Staat eigene Crypto Währungen herausgeben, z.B. einen Digitalen Euro im am Boom mit zu verdienen und die Allgemeinheit zu beteiligen ?

Sollte es privaten Konzernen wie Facebook erlaubt sein eigene Crypto Währungen heraus zu geben, z.B. Libra ?

Bitcoin ist zensurresistent, das heißt: Überweisungen können nicht gesperrt werden (Oh man erinnere sich noch als die USA die Bankkonten von Wikileaks gesperrt haben). Sind Coins also eine Chance für mehr Freiheit und Datenschutz im Netz oder gibt es hier auch Risiken ?

Welche Regulierungen bräuchte es damit Coins z.B. nicht für Steuerhinterziehung oder Geldwäsche verwendet werden können ?

Sollte die Piratenpartei auch Bitcoins kaufen um von Kursgewinnen zu profitieren und damit dann Wahlkämpfe zu finanzieren ?

Joseph Beuys hat Fett in eine Zimmerecke geschmiert und das war auch irgendwann einen fünfstelligen Betrag wert. Vielleicht hilft dir das bei der Einschätzung.

„Wert“ ist ja immer nur eine Abbildung des Betrags, den irgendein Knallkopf dafür zu bezahlen bereit ist. Bedenkt man, dass Bitcoins inzwischen einen höheren Energiebedarf haben als Österreich, würde ich auch dringend davon abraten, das zu einem parteipolitischen Thema zu machen. Die Piratenpartei hat vor einer Weile den Beschluss gefasst, bei der Diskussion über neue Themen vor allem auf die Umwelt Rücksicht nehmen zu wollen. Die Kosten-Nutzen-Rechnung von Bitcoins sieht da sehr, sehr schwarz aus.

Da sollte man lieber auf Alternativen wie Gridcoin setzen. Denn da werden nicht nur irgendwelche sinnlosen Hashwerte berechnet um die coins zu minen. Sondern das Mining findet durch wissenschaftliche Berechnungen statt, zum Beispiel Medikamenten Forschung. Da sind auch Projekte der Corona Forschung mit dabei. Wer Rechenkapazität stellt bekommt als Belohnung Coins ausgezahlt.

Siehe:

Auf die Weise wird dann eben nicht nur einfach sinnfrei Elektrische Energie verballert sondern es springt noch was für die Allgemeinhei dabei heraus. Vielleicht sollte sich die Piratenpartei für solche Projekte einsetzen statt für die klassischen Bitcoins.

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Ja aber nein. Das könnte man auch über Papiergeld sagen, ein fetzen Papier mit Bunter Farbe drauf. Völlig nutzlos das. Oder dieses Gold erst, sieht zwar ganz nett aus aber Essen kann man das nicht.
Also völlig nutzlos ohne Gebrauchswert, genauso wie Beuys Fettklumpen keinen Gebrauchswert hatte.

Aber dennoch glauben Milliarden Menschen quasi wie an die Religion an den Wert von Papierstückchen die nicht mehr Materialwert haben als Konfetti.

Ja also, da muss ja schon noch ewtwas mehr dahinter stehen oder nicht ?

Vertrauen in die Instutition oder die Logik welche die Geldschöpfung kontrolliert zum Beispiel ? Könnte man sagen das Bitcoin abgeht weil das Vertrauen in das Massenhaft gedruckte Papiergeld der Notenbanken gerade zusammen bricht ? Ein Coin dessen Menge begrenzt ist daher vertrauenswürdiger ist als das von Politikern kontrollierte Papier Konfetti Geld ?

Ja, Geldgier von Spekulanten einer- und Menschen, die zu blöd für Aktien sind, andererseits.

Aktien versprechen halt niemals solche Profite und Firmen können pleite gehen. Da es immer weniger Coins gibt wird das Angebot eben immer kleiner so das auch bei gleichbleibender Nachfrage die Preise durch die Decke gehen. Wer coins hat verkauft diese in Erwartung steigender Preise nicht, was zu zunehmender Hortung führt und wiederum die Preise nach oben treibt.

Viele coins gehen verloren, weil Leute ihre Festplatte, USB Stick whatever verlieren. Oder die Erben das Passwort nicht entschlüsselt bekommen. Das verknappt das Angebot ebenfalls.

Die Steigenden Preise sorgen für Aufmerksamkeit so das mehr Menschen investieren und die Preise weiter nach oben gehen was wiederum für mehr Aufmerksamkeit sorgt. Das kann so weiter gehen solange immer genug Geld nachfließt, stockt der Zufluss stürzen die Kurse ab.

Siehe auch die Tulpenmanie im 16 Jahrhundert als historisches Beispiel:

Während man Tulpen in beliebiger Zahl nachzüchten kann ist die Zahl der Bitcoins hart begrenzt so das die Kurse dann nach Kurs Abstürzen stets wieder von neuem zu steigen beginnen und auch nach krassen Abstürzen bisher immer neue Höchststände erreicht haben. Das wird wohl dauernd so auf und ab gehen bis halt irgendwannmal ein Quantencomputer gebaut wird der die Hashwerte knacken kann und somit das dezentrale Crypto System zum Einsturz bringt.

Na ja,
man kann
-den Besitz,
-die Herstellung und
-den Handel mit
verbieten und unter Strafe stellen.
Wenn das keine Zensur ist.

Jo, dann hab ich immer noch Bitcoin und handeln tu ich die dann eben in die USA oder so. Was juckts mich wenn die kleine BRD was verbieten tut ?

Ist eben nicht so einfach für die Politiker das kaputt zu kriegen und dat is auch gut so !!!

Wie ist denn wenn China am Rad dreht so wie bei Alibaba, um die Finanzhoheit sicher zu stellen?

Oder die USA weil mit Bitcoin die Finanzsanktionen gegen Kuba und Iran unterlaufen werden ?

Potentielle Unsicherheiten gibt es da sehr viele…

Jetzt sind es 32759 $ …

Ich versuche da gerade ein Theorie auszuarbeiten die dabei helfen könnte zu erklären warum Crypto Währungen wie Bitcoin sich derzeit so rasant entwickeln.

Könnte man es vielleicht so erklären der der Kapitalismus welcher ja ewiges Wachstum braucht eben dieses zunehmend in die Virtualität verlagert ? Also wenn Materielles Wachstum bei materiellen Gütern stagniert weil die Leute eben nicht unendlich konsumieren können und es auch ansonsten Grenzen gibt z.B. mangelnde Nachfrage aufgrund von Armut usw…

Also das der Kapitalismus dann anfängt quasi rein virtuelle Produkte zu produzieren um weiterhin Profite zu erwirtschaften ? Dazu würden dann Bitcoin gehören, andere Crypto Währungen über die man z.B. Speicherplatz eintauschen kann oder wie bei Gridcoin wissenschaftliche Daten produzieren. Dazu würde ich auch virtuelle Gegenstände in Spielen zählen, wenn z.B. Leute tausende ausgeben um sich dieses oder jenes Schwert in World of Warcraft zu kaufen oder Kleidungsstücke und Waffenskins in Counterstrike die eigentlich keinen Gebrauchswert haben, nichtmal einen virtuellen außer das Sie je nach Geschmack evtl cool aussehen oder als virtuelles Statussymbol fungieren.

Vielleicht ist Bitcoin ja ein Vorbote darauf das der Kapitalismus ewiges Wachstum aus der Realität wo dieses nicht möglich ist in die Virtualität verlagert wo es keine materiellen Begrenzungen mehr gibt.

Ich fand da den Science Fiction Film " Ready Player One" ganz interessant, im Grunde liefern sich da die Menschen in Computerspielen einen gnadenlosen Konkurrenzkampf der ihr ganzes Leben ausfüllt um damit virtuelle Reichtümer anzuhäufen welche dann aber eben auch in der Realität bedeutend sind da Sie Status und Materielle Teilhabe sichern. In einer automatisierten Welt in der es dann für die Menschen keine “echte” Arbeit mehr gibt wird somit Arbeit und Produktion in die Virtualität verlagert und zunehmend virtuelle Güter produziert um somit die für die materielle Welt geltenden Grenzen des Wachstums zu umgehen.

Das die Coins in Pandemiezeiten so zulegen wäre dann logisch, denn die Möglichkeiten reales Wachstum zu erzeugen sind dann dank Lockdowns begrenzt. Daher wächst dann der Druck in virtuelles Wachstum auszuweichen zusätzlich.

Wenn an diesem Ansatz was dran ist dann wäre es sehr wahrscheinlich das die Kurse auch in Zukunft weiter steigen und es in Zukunft immer mehr digitale “Produkte” geben wird welche quasi als virtuelle Werte handelbar sind.

Was haltet ihr von dieser These ?

Am Ende ist es doch eine Frage der Zeit. Auch in der Virtualität kann man nicht unendlich konsumieren, da die Lebenszeit nunmal begrenzt ist.

Cryptowährung kann tendenziell eher die Lösung dafür sein, dass jeder einfach an Kapital kommt und dadurch eben die Armut weitgehend aus der Welt geschafft wird. Dadurch das jeder einfach an Kapital kommt erhöht sich wiederum auch die Nachfrage in der “realen Welt”. Viele der Probleme in der heutigen Welt sind darauf zurückzuführen, dass das Kapital zu ungleich verteilt ist. Kapital darf ungleich verteilt sein, aber nicht zu ungleich. Durch die zu ungleiche Verteilung von Kapital entstehen durch Fehlanreize Fehlkalkulationen bei den realen Gütern, wodurch die Anzahl und Größe wirtschaftlicher Krisen zunimmt.

Zusammengefasst: Fehlallokationen --> Fehlanreize --> Fehlkalkulationen --> Wirtschaftskrisen

PS: Die Grenze ab wann Ungleichheit zu groß wird ist schwer zu definieren. Aber vllt könnte der Intelligenzquotient herreichen? Ich meine das Bill Gates schlau ist, ist wohl unbestritten. Aber das er milliardenmal schlauer sein soll, als ich, kann ich nicht glauben. Ich weiß sonst ehrlich gesagt kein Maß, aber wann die Ungleichheit zu groß ist. Es braucht jedenfalls irgendeinen Maßstab ab wann die Ungleichheit zu groß ist. Das ist meine Überzeugung.

Ich unterstelle Bill Gates die besten Absichten und halte ihn für einen guten Menschen. Aber kommt es nicht allein schon dadurch, dass Bill Gates so überproportional viel Finanzkapital hat zu Fehlallokationen von realen Gütern? Oder liege ich da falsch, weil Bill Gates nur WoW zockt und ein Großteil seines Vermögen in die Ausrüstung seines WoW-Charakters steckt und ansonsten auch nur gemeinnützige Stiftungen unterhält, die zu keinerlei Fehlanreizen oder Fehlkalkulationen auf den Finanzmarkt führen?

Zumindest Bitcoin ist aber sehr ungleich verteilt, die jetzt benachteiligten werden davon eher nicht profitieren. Zumal, der Fehlanreiz besteht enorm viel Energie zu verschwenden um Bitcoins zu erzeugen.

Um Bitcoins zu minen ist jedoch Fachwissen erforderlich, Admin Skills, teure Server, Spezialhardware FPGAS/ASICS die nicht einfach zu handeln sind. Also für die Masse eher recht unzugänglich.

Wenn virtueller Werte wichtiger werden, dann wird da irgendwannmal ein Gameification Effekt einsetzen der das irgendwie Massenkompatibel macht. Oder sowas wie die Coins von Facebook die dann easy zu bedienen sind und keine IT Skillz erfordern. Davon könnte dann evtl die breite Masse etwas mehr abbekommen, aber dann wäre es evtl nicht mehr so dezentral wie Bitcoin sondern eher zentralistisch gesteuert.

Also es bleibt festzuhalten, dass es derzeit ein Nischenprodukt ist und du glaubst das es keine Auswirkungen auf die reale Wirtschaft hat und haben wird? Ähnlich wie die scheinbar hochkomplexen Finanzprodukte, die niemand mehr richtig versteht, die aber trotzdem irgendwie funktionieren und die reale Wirtschaft zwar tangieren, aber nicht so sehr, dass die reale Wirtschaft nicht mehr funktioniert?

Sehr großzügig von dir.

Die Zukunft kann sowohl dystopisch als auch utopisch sein, es gilt verschiedene mögliche Szenarien zu evaluieren um sich so dem wahrscheinlichsten zumindest anzunähern.

Früher hat man sich versucht Idealen anzunähren, heute versucht man sich “den wahrscheinlichen Szenarien” anzunähern. Zugegeben das mit den Idealen annähren ging auch teilweise ganz schön schief, aber irgendwie entspricht zumindestens gefühlt Ersteres mehr dem freien Willen. Zweiteres passiert mMn wenn die gesellschaftliche Utopie, den Wirtschaftswissenschaftlern überlassen wird.

Wenig.
Der Preisanstieg besagt einzig, dass zur Zeit Geld in Umlauf ist, für das es keine legale oder sinnvolle Verwendung gibt oder das in Sicherheit gebracht werden muß.
Wer etwa eine Vermögensabgabe wegen Corona befürchtet, der parkt schon mal Geld.

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Richtig, und wenn dann noch Paypal ankündigt Bitcoin als Währung zu akzeptieren, dann kommen die Ganzen Institutionellen Anleger hervor und fangen an zu kaufen.

Wenn aber plötzlich die Anzahl der Käufer x-hundert Prozent steigen, gehen halt die Preise hoch.

Gruß
Andi

It’s a mess