richter169 hat geschrieben:Hallo Elohim, das ist ein Vergleich mit der Akupunktur, der schon hart ist.
Nicht zwingend. Die hygienische Bedeutung von Händewaschen kann man gar nicht hoch genug ansetzen

MariaMagdalena hat geschrieben:60% der Symptomatiken dürften nach drei Jahren auch ganz von alleine verschwunden sein - die Vergleichsgruppe, die GAR NICHT behandelt wurde, fehlte mir in dem Fall massiv (obwohl die "Scheinakupunkturgruppe" dem ja sehr nahe kommt).
Eine Scheinakupunktur-Gruppe kann eine solche Gruppe nicht ersetzen, da Behandlung und soziale Zuwendung an sich bereits in ihrer Bedeutsamkeit nicht zu unterschätzen sind.
MariaMagdalena hat geschrieben:Die gerac-Studie war für mich ein erster Hinweis darauf, dass das auch, jedenfalls bei den innerhalb der Studie behandelten Symptomatiken, auf die rein wissenschaftlich orientierte Schulmedizin zutrifft -solange man chirurgische Möglichkeiten aussen vor lässt.
Meines Wissens betrifft dies auch chirurgische Eingriffe, solange es sich um ein massiv psychisch beeinflusstes Symptom handelt wie beispielsweise Schmerzempfindung.
MariaMagdalena hat geschrieben:Man fürchtet sich davor, zu heilen, ohne belegen zu können, wie man es getan hat
Mancher mag so empfinden, wissenschaftlich ist eine solche Furcht nicht. Es ist allerdings auch nicht wissenschaftlich,
nicht zu hinterfragen. Man denke an das Beispiel mit dem Singtanz bei der rituellen Händewaschung: Die Frage ist zunächst, ob das Ritual wirkt, und falls ja, warum es wirkt. Selbst wenn die Existenz von Keimen in einer Gesellschaft völlig unbekannt ist, wird der Wissenschaftler das Ritual untersuchen sowie die einzelnen Komponenten des Rituals isolieren, anwenden und auf ihre Wirksamkeit prüfen. Grund zum Fürchten haben da nur die Anhänger des Rituals, die - völlig zu Recht! - eine "Entzauberung" erahnen. Sobald nämlich das Waschen als Kern des Ganzen erkannt wird und die richtige Erklärung dafür gefunden wurde, bedeutet das das Todesurteil für den Singtanz. Sicher wird es einige Menschen geben, die es aus emotionalen Gründen praktizieren werden - ergänzend zum oder anstelle des reinen Händewaschens -, aber für die Krankheitsvermeidung werden die meisten die einfachere, günstigere, effektivere Behandlung vorziehen, vor allem wenn sie durch Dinge wie "Seife" entscheidend verbessert wird.
Der Witz ist also: Schulmedizin und Nadelstechen stehen überhaupt nicht in Widerspruch zueinander

Sobald man die Wirksamkeitsursachen von letzterem erforscht hat und allen unnötigen "Hokuspokus" und "Firlefanz" hinausgeworfen hat,
ist Akupunktur Schulmedizin. Nur eben nicht in der esoterischen Variante, sondern einfacher, günstiger und effektiver. Oder aber man entdeckt eine Ursache, die sich auf völlig andere Weise viel besser nutzen lässt. Das würde Akupunktur dann wirklich über die Klippe stoßen.
MariaMagdalena hat geschrieben:solange es keinem schadet und auch nur ein einziges Kleinkind mit Neurodermitis sich zB wegen der Salbe, um die es hier ja eigentlich geht, nicht mehr blutig kratzt, ist es den Versuch schon wert.
Das sage ich doch auch: Selbst wenn es nichts weiter sein sollte als eine verlogen vermarktete, völlig überteuerte kosmetische Hautcreme - wer sich dadurch besser fühlt, soll sein Geld dafür ausgeben dürfen

Entscheidend ist dabei, dass jeder, der
mehr als bloße Hoffnung kaufen möchte, auch mehr als bloße Hoffnung erhält -
gerade dann, wenn es ihm an der medizinischen Expertise mangelt zu prüfen, ob das der Fall ist. Solange das gewährleistet ist, wird niemand betrogen, sondern jeder erhält das wonach er sucht.
Was Kinder angeht, ist das so eine Sache: Hier muss man sich fragen, inwieweit sie den irrigen Vorstellungen der Eltern "geopfert" werden dürfen. Kinder sind nun einmal in der höchst ungnädigen Position, einen großen Teil ihrer Rechte und Entscheidungen durch ihre Eltern vertreten zu sehen. Solange die Eltern nur für ihr eigenes Leben unvorteilhafte Entscheidungen treffen, ist das das eine; aber was, wenn ein anderes Leben davon betroffen ist? Da können wir ruhig zu den religiösen Extremen greifen, wo Eltern für ihr Kind lieber den Exorzisten rufen als den Notarzt. Wie handelt man, wenn Eltern nicht danach handeln, was das Beste für ihr Kind ist, sondern danach, was sich am besten für sie selbst anfühlt? Wenn sie es nun angenehmer finden, an Wunderheilungen zu glauben, sollen sie dann völlig unnötigerweise ihr Kind für diesen Glauben sterben lassen dürfen, wie es im Falle von
Madeline Kara Neumann vergangenes Jahr geschah? Oder handelt es sich dabei um einen rücksichtslosen Mord zweiten Grades, dessen sie vor einigen Monaten für schuldig befunden wurden?
Das ist noch einmal ein ganz anderes Fass, weshalb wir Kinder außen vor lassen sollten. Bleiben wir also bei der Freiheit der Erwachsenen. Auch wenn es nur um eine Fruchtsalbe geht
