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Abmahnwahn, was machen die Piraten?

Privatkopien, Softwarefragen, Kulturflatrate, Kopierschutz/DRM

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Abmahnwahn, was machen die Piraten?

Beitragvon Daniel-AS » 21. Jan 2010, 23:07

Hallo,

ich finde das Jahr 2010 hat schon wieder lustig angefangen, was mir in den letzten Tagen für Abmahnungen zu Ohren gekommen sind ist nicht mehr normal. So viele Abmahnungen gabs, gefühlt, im letzten Jahr nicht ;-)
Ich rede jetzt speziell von Abmahnungen wegen Filesharing.

Was planen die Piraten dagegen?
Gibt es bereits AGs die sich mit genau diesem Thema beschäftigen?
Haben wir Kontakte zu Anwälten?
Warum führen wir als Partei keine Musterprozesse?

Das ist doch genau unser Thema und unsere Wähler erwarten etwas von uns.

Grüße
Daniel
Daniel-AS
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Re: Abmahnwahn, was machen die Piraten?

Beitragvon FlorensD » 22. Jan 2010, 06:59

Prinzipiell können wir erstmal nicht viel machen, außer Konzepte entwickeln und Vorschläge an die derzeitige Bundesregierung weitergeben. Oder wir wählen den Weg über die Presse. Vorschläge gibt es gerade hier im Forum bereits einige:

viewtopic.php?f=8&t=16060
viewtopic.php?f=8&t=12309
viewtopic.php?f=8&t=15889
viewtopic.php?f=8&t=14206
etc. pp.
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Florens Dölschner
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Re: Abmahnwahn, was machen die Piraten?

Beitragvon Daniel-AS » 22. Jan 2010, 15:02

Wir können da schon noch mehr machen, bis wir an der Regierung sind und die Gesetze geändert haben dauert das noch 4 Jahre ;-)

Deshalb bin ich der Meinung wir sollten Musterprozesse anstreben wo wir uns nicht zu schade sind über alle Instanzen zu gehen, es gibt genug Gründe an der Rechtmäßigkeit von einigen Abmahnungen zu zweifeln nur haben die Opfer oft nicht die Nerven und das Geld um dagegen vorzugehen.

Wir sollten uns einen guten Anwalt suchen, zu spenden aufrufen und den Kampf annehmen.
Egal ob wir verlieren oder gewinnen, es wird vielen Bürgern endlich Rechtssicherheit geben!
Daniel-AS
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Re: Abmahnwahn, was machen die Piraten?

Beitragvon Suxxess » 22. Jan 2010, 21:10

Und die Partei in ein gutes Licht setzen. Man muss ja immer nur auf eine Grundsatzentscheidung hin klagen.
Hinterher gibt es dann Rechtssicherheit für alle im Interesse der Bürger.

Wieviele (unrechtmäßige) Regelungen bleiben bestehen weil keiner klagt?
Ich nenne jetzt nur mal spontan 2 Regelungen die jeder als nicht änderbar hingenommen hat, sie am Ende aber von einzelnen Bürgern zu Fall gebracht wurden.
(1) Pendlerpauschale , hätte da nie einer geklagt würden alle immer weiter bezahlen!
(2) Die Handlungsspflicht beim Solidaritätszuschlag! Dort wird jetzt in der Zukunft wohl etwas passieren...

Warum sollte man sowas als Partei nicht machen, die Piraten brauchen ein Profil wie die Grünen.
( http://www.netzeitung.de/deutschland/425777.html )
Wenn die Urteile allen Bürgern zugute kommen, dann kann es nur das Image verbessern. Es wäre ja z.B. möglich um eine zweckgebunde Spende zu bitten.Wenn genug zusammengekommen ist kann es losgehen, wenn das Einkommen versteuert wird bekommt man eh 50% des Geldes von der Steuer zurück.

Auf jedenfall ist das sinnvoller als sowas nicht über die Partei laufen zu lassen. :) Die Piraten brauchen sowieso mal eine "Kriegskasse" mit der sie auf 'Enter'-fahrt gehen können.
Suxxess
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Re: Abmahnwahn, was machen die Piraten?

Beitragvon Monroe1665 » 9. Feb 2010, 20:31

Sinnvoll wäre auf jeden Fall eine Vernetzung mit den "Helden des Alltags" auf
http://www.netzwelt.de/forum/allgemeine ... kussionen/

Wenn man da ein bißchen mitliest, kann einem ganz übel werden.
Andererseits ist jeder Teilnehmer dort potentieller Piratenwähler und die Zahl der Abmahnungen 2009 ist sechsstellig!

Die Strategie muß m.E. sein, den Abmahnsumpf trockenzulegen und das Geschäftsmodell Massenabmahnung lahmzulegen. Das geht nur mit kompetenter juristischer Hilfe. In den Forum wird deutlich, daß es gottseidank Anwälte gibt, die bereit sind, schwarzen Schafen iher Zunft das Handwerk zu legen.
Oder es wenigstens zu versuchen.

Weiter könnte man die Rolle der Gerichte beleuchten, die von den Abmahnanwälten favorisiert werden. Es ist wirklich merkwürdig und auffällig, wie positiv gewisse Gerichte den Anliegen der Abmahnindustrie gegenüber eingestellt sind.
An optimist thinks that this is the best possible world. A pessimist fears that this is true.
Monroe1665
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Re: Abmahnwahn, was machen die Piraten?

Beitragvon Phobeus » 23. Mär 2010, 07:29

Ich denke auch, dass wir in dem Bereich noch viel zu wenig tun und es nicht ratsam für uns wäre zu warten bis wir in der Regierung sitzen. Wir haben hier die Möglichkeit uns extrem stark von anderen Parteien zu differenzieren, weil nahezu keine andere Partei eine so extreme Position einnimmt. In dem Medien werden wir aber immer nur als Partei, die Raubkopieren legalisieren will wahrgenommen. Von dem Image müssen wir weg. Unser Ziel sollte in drei Stufen ablaufen.
1) Wer eine Abmahnung bekommt, sollte ganz natürlich eine Anlaufstelle bei der Piratenpartei finden, um eine erste Hilfe zu bekommen. Wie ist die Rechtslage? Was kann man tun? Was sind weitere Schritte? Erfahrungsberichte etc. Wenn wir es dann noch schaffen eine solide Vernetzung mit den Rechtsanwälten der Gegenseite aufzubauen (und ich kann mir nicht vorstellen, dass diese kein Interesse daran hätten), könnten wir genau für die Abgemahnten einstehen und ihnen in der aktuellen Gesetzgebung einen Schutz oder zumindest Hilfe anbieten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies an deren Augen vorbei gehen wird oder keinen Gesprächsstoff bietet. Das ganze sollte nicht dilettantisch ablaufen, sondern schon mit entsprechenden Know-How! Sollte es uns wirklich gelingen Muster-Prozesse zu führen, wäre das durchaus positiv.
2) Wir müssen das Thema stärker in den Medien bringen. Der Artikel im Wiki über den Abmahnwahnsinn ist schon recht gut. Die Tatsache, dass die Industrie an abgemahnten Stücken wesentlich mehr verdient als bei verkauften und dies sogar bei Stücken, wo sich Menschen aktiv gegen den Kauf entschlossen haben, lässt sich doch recht gut verkaufen. Lasst einen AK verstärkt in diversen Medien darauf hindeuten. Gar nicht unbedingt nur die Großen, sondern auch regionale. Als Vertreter gegen den Abmahnwahn stehen wir einfach besser da als die die einfach nur Raubkopien legalisieren wollen.
3) Wir sollten ganz natürlich darauf wirken, dass die Menschen legalisiert werden. Man mag darauf hoffen, dass wir in 4 Jahren in den Bundestag einziehen und alles besser machen... besonders pragmatisch finde ich dies nicht. Auch wenn ich aus vorherigen Diskussionen weiß, dass dies nicht gut ankommt... es ist EINE Alternative. Wir sollten als Piratenpartei legale Wege aufzeigen, wo diese möglich sind. Anstatt Raubkopien anzustreben, sollten wir viel aktiver bewerben, dass es freie legale Alternativen gibt. Ruhig auch einmal Linux-CDs verteilen oder OpenOffice oder entsprechende Alternativen zu kommerzieller Software, die sich Leute aus dem Netz laden. Es gibt viele Leute, die wirklich nicht wissen, dass es alternativen gibt oder sogar als völlig normal finden, dass der Nachbar MS-Produkte von gebrannten CDs aus installiert. Diese Leute stehen mit einem Bein bereits in der Fall und wir können als Partei eine legale Alternative aufzeigen, die zudem wirklich den Begriff "frei" verdient.

Auf diesem Wege verfallen wir bei diesem Thema nicht in Lethargie oder dem üblichen Geblubber der Medien über uns. Wir können aktiv in verschiedenen Stufen Lösungen anbieten. Ich bin eher ein Pirat für Bürgerrechte als für Urheberrechte, aber ich denke, dass unser "klassisches" Thema eine sehr gute Möglichkeit ist eine hohe Reichweite unter der Bevölkerung anzusprechen. Nur sollten wir uns nicht durch Wahlversprechen ("Mit uns wird alles besser...") abgeben, sondern eben in die Offensive gehen und aus der Opposition heraus Veränderungen herbeiführen.
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Re: Abmahnwahn, was machen die Piraten?

Beitragvon Barristan » 23. Mär 2010, 16:59

Warum der Verweis auf legale Alternativen, wenn man das Raubkopieren eh legalisieren will? Wenn die PP das ganze Legalisiert, muss ich ja nicht mal mehr ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich mir die neueste Photoshopversion ziehe. Kostenlose Software, die man auch jetzt schon legal verwenden kann, wird weniger häufig eingesetzt, warum auch? Ich kriege doch die Profi Software dann auch legal und kostenlos ;)
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Re: Abmahnwahn, was machen die Piraten?

Beitragvon Jochen » 15. Jun 2010, 09:08

Im c't TV wird öfter mal über haarsträubende Abmahnfälle berichtet.
Was mir unverständlich ist: wieso gilt bei einer Abmahnung plötzlich Beweislastumkehr? Wieso muss der Abgemahnte seine Unschuld beweisen? (was bei Filesharingvorwürfen gar nicht möglich ist, außer man war gerade im Urlaub). Was ist denn das für ein Rechtsstaat? :evil:
Ich würde mir wünschen dass die Piratenpartei erstmal gegen dieses Unrecht vorgeht.
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Re: Abmahnwahn, was machen die Piraten?

Beitragvon Joe the Plumber » 15. Jun 2010, 16:25

Jochen hat geschrieben:Im c't TV wird öfter mal über haarsträubende Abmahnfälle berichtet.
Was mir unverständlich ist: wieso gilt bei einer Abmahnung plötzlich Beweislastumkehr? Wieso muss der Abgemahnte seine Unschuld beweisen? (was bei Filesharingvorwürfen gar nicht möglich ist, außer man war gerade im Urlaub). Was ist denn das für ein Rechtsstaat? :evil:
Ich würde mir wünschen dass die Piratenpartei erstmal gegen dieses Unrecht vorgeht.


Beweislastumkehr? Wann? Immer? Wäre mir neu. Kannst du mir mal den Paragraphen nennen.
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