arcade hat geschrieben:Wäre es nicht konsequent, sich dann im Gegenzug auch von sog. Jungen-/Männerthemen zu lösen und schlichtweg auf eine absolute Gleichstellung hinzuarbeiten?
Seit über 30 Jahren hört die Gesellschaft nichts Anderes als Frauenförderung, Girls Day, Frauenstudien, Frauenbeauftragte, Frauenworkshops, Frauenreisen, Frauenhotels, Frauenhilfen, Frauenstadtteile, Frauenbibliotheken.
Wer es nicht glaubt, kann gerne mal alle Begriffe ergoogeln, und das jeweils männliche Pendant dazu.
Ich kann gut verstehen, dass spezielle Frauenpolitik noch immer eine große Rolle spielt, es ist schließlich noch nicht wirklich lange her, dass Diskriminierung im großen Umfang stattfand.
Und weil 1972, vor 37 Jahren, der letzte sexistische Tarifvertrag abgeschafft wurde, muß man heute mit konstruierter Argumentation von einer "Lohnschere" das Volk medial berieseln?
Und weil, durch internationale Studien nachgewiesen, weniger
Frauen als Männer überhaupt die Lust auf Karriere mit ihren Folgen Streß, Burnout, Kindesentfremdung haben (siehe z.B. Frauenbeteiligung in ALLEN Parteien), muß man die Jungen in den Schulen systematisch schlechterbenoten?
Was aber noch eine viel größere Rolle dabei spielt, ist das was sich in den allermeisten männlichen Köpfen abspielt.
Also sind im Jahre 2009 Männer (oder wahlweise "das patriarchische Elternhaus") daran Schuld, wenn erwachsene
Frauen lieber Kindergärtnerin (Frauenanteil 97%) als Berufssoldatin (Frauenanteil 5%) werden? Wie wahrscheinlich ist denn das angebliche "Klischeedenken" junger
Frauen, nach jahrzehntelangem Empowerment von
Frauen ab dem Kindergarten? Wird es nicht mal zeit für einen Realitäts-Check?
Unsere Gesellschaft schafft noch immer Rollenbilder, die einer tatsächlichen Gleichberechtigung und Gleichwertschätzung entgegen wirkt (Ich meine damit vorallem Klischees wie Frauen und Sozialbereiche etc). Und so lange das so ist, hat doch eine (auch politische) Auseinandersetzung mit dem Thema durchaus seine Existenzberechtigung.
Wie sollten mal die Begriffe Gleichberechtigung und Gleichstellung ganz sauber trennen und ein wenig ins Grundgesetz schauen.
Das Grundgesetz sieht eine Gleichberechtigung vor - Männer und
Frauen haben absolut gleiche Rechte.
"Niemand darf wegen..seines Geschlechts..bevorzugt oder benachteiligt werden", Art. 3GG. Daraus aber z.B. eine 50%igen Anspruch auf Machtpositionen zu erheben ist absurd, weil die Freiheit jedes Menschen auch die Freiheit ist, etwas
nicht tun zu müssen. Mit dem obigen Beispiel der Berufswahl habe ich schon aufgezeigt, daß es bei Männern und
Frauen unterschiedliche Tendenzen in der Berufswahl gibt. Und die gibt es seit allen Zeiten, weltweit unabhängig vom politischen System.
Männer und
Frauen sind durch ihre Hormone beeinflußt. Wenn z.B. Männer immer wieder wegen ihrer Kriege kritisiert werden (ein eklatanter Widerspruch des feminismus in sich, der laut Gendertheorie ja davon ausgeht, daß beide Geschlechter "gleich" seien), dann liegt das an ihren Hormonen. Männer bekommen Testosteron,
Frauen Östrogen, ich hoffe das ist bekannt.
Ebenso bekannt dürfte sein, daß Leistungssportler, wenn sie dopen, kein Östrogen nehmen, sondern Testosteron.
Entsprechend sind Männer und
Frauen im Schnitt unterschiedlich auch in der Psyche geprägt, und wenn beide auch absolut gleiche Rechte haben müssen (z.B. Väter auf ihre Kinder), so müssen wir die individuelle Lebensgestaltung der Menschen akzeptieren und dürfen den Menschen ihre Berufswahl nicht herbeiquotieren. Posten müssen nach Leistung vergeben werden, nicht nach Geschlecht. Das reale Leben, die Politik und die Wirtschaft sind keine olympischen Spiele, die nach Männlein und Weiblein aufgeteilt werden, nur damit beide eine Medaille bekommen.
Ob man sie mag oder nicht, Frau Merkel hat sich hochgebissen und ist eins von vielen Beispielen von
Frauen die es ohne Quotierung an die Spitze geschafft haben. Es ist (Polemik an..) nicht einzusehen, daß Menschen eines bestimmten Geschlechts mit der Sänfte auf den Chefposten gehievt werden, um den sich andere, mit dem falschen Geschlecht, prügeln müssen.(Polemik aus..). Wie soll ein Chef/Chefin denn das eigene System gegen Feinde verteidigen, wenn er/sie sich nicht einmal selber hochgekämpft hat?
Und nun zur sauberen Trennung Gleichberechtigung/Gleichstellung:
Gleichstellung ist ein Begriff aus Bertelsmanns think tank und bedeutet
gleich rechtlos stellen. Es wird mit der Gleichstellung "nach Oben" geworben (Topjob-Quote in den Dax-Vorständen) aber tatsächlich andere Ziele verfolgt (Abschaffung der Wahloption für
Frauen zwischen Berufstätigkeit und Hausfrauendasein, zugunsten maximaler Ausbeutung durch die Wirtschaft).
Was wir benötigen ist eine faire Erziehung und Schulbildung, die Jungen und Mädchen gleichermaßen berücksichtigt. Und bei nur noch 40% männlichen Abiturienten aber mehrheitlich männlichen Schulabbrechern, muß das Schulsystem dringend reformiert werden, das sind wir unseren Kindern schuldig.
Gleichberechtigung = Chancengleichheit am Start,
"Gleichstellung" = quotierter Zieleinlauf.