"Darüber hinaus wird der Landesparteitag erste Planungen für ein Bildungsprogramm hinsichtlich der Landtagswahl 2011 in Mecklenburg-Vorpommern beschließen. Unter anderem wird die Umsetzung eines Schulpflichtfaches „Medienkompetenz“ diskutiert.
Diesen Punkt möchte ich zur Diskussion stellen:
1) Ein weiteres "Wahlpflichtfach" was den Schülern eine Stunde pro Woche raubt (oder mehr? + Hausaufgaben?)
2) Im Ernst: In unserer Schule haben Schüler das Internetcafé gewartet, der Videorekorder und Beamer wurden von Schülern gestartet...die Medienkompetenz der Schüler übertrifft schon heute so gut wie überall die der Lehrer
3) Ich kenne eine Grundschule, in der schon Zweitklässler mit Word ihre Arbeiten verrichten dürfen (meist nehmen sie WordArt) und wo im Unterricht im Internet gesurft werden darf, um die Fragen zu beantworten. Und das können die ganz ohne das "FACH" "Medienkompetenz"
4) Kompetenz erwirbt man nicht durch Unterricht, sondern durch tun. Google bedienen lernt man gut, wenn man in Deutsch nach Schiller recherchieren soll. Vor- und Nachteile von Wikipedia können hervorragend in einer Geschichtsstunde erlebt werden. Und über Datenschutz im Netz kann man sich endlos in Ethik oder Sozialkunde unterhalten. Ein Fach "Medienkompetenz" ist also überflüssig, und wird den meisten Schülern nur ein müdes Lächeln abverlangen, denn:
5) Medienkompetenz von 50 Jahre alten Lehrern unterrichet bekommen ist aus Schülersicht in etwa so wie sich aus Piratensicht von Schäuble & co das Internet erklären zu lassen. "So, heute lernen wir, wie man eine Imail schreibt... oder wie dieser neumodische Kram heißt - wer von euch kriegt das Ding hier an?"
Ich will ja nicht einseitig klingen, aber ich bin gegen dauerndes Rumgeändere und Neueingeführe von weiteren Pflichten für Schüler, wenn die Erfolgsaussichten recht mager sind. Schüler sind doch keine Meerschweinchen, mit denen man herumexperimentieren kann. Mehr Demokratie in Schulen wäre ein wichtigeres Ziel, welches sich die Piraten auf die Fahnen schreiben sollten (und können).