Hi Pudelpunk,
Pudelpunk hat geschrieben:Der Maskulinismus in Deutschland ist bislang und zum Glück nur ein loses Netzwerk einzelner Männer, von denen einige eine zentrale Position einnehmen und entsprechenden Einfluss auf die Richtung dieses Netzwerkes haben. Hierzu gehören Gerhard Amendt und vor allem Arno Hoffmann. (...) Aktuelle Buchpublikaktionen wie "Rechte Männer" belegen, dass Neo-Nazis bereits zu maskulinistischen Positionen tendieren, der Maskulinismus rennt bei den Neo-Nazis offene Türen ein.
Wenn das so ist, dann sollte man unbedingt dafür sorgen, dass das Männerthema nicht von Rechtsradikalen besetzt wird.
(Übrigens heiße ich Arne Hoffmann, die von dir kritisierte Richtung heißt "maskulistisch" und Amazon listet unter "Rechte Männer" nur ein Buch von 2001.)
Pudelpunk hat geschrieben:Mit meinen Postings wollte ich die zentrale Rolle von Arne Hoffmann belegen, die er in dem Aufbau der maskulinistischen Bewegung einnimmt.
Dass ich in der Männerrechtsbewegung eine zentrale Rolle einnehme ist unbestrtten.
Pudelpunk hat geschrieben:Die Maskulinisten vom WGVDL-Forum sind über Arne Hoffmann im Moment in einer ähnlichen Weise erzürnt, wie es die Katholiken wären, wenn der Papst zum Islam konvertiert wäre. Und die plötzliche und unerwartete Abgrenzung Arne Hoffmanns vom maskulinistischen WGVDL-Forum ist eine Erschütterung für die kleine maskulinistische Szene, die nicht nur ihren Guru verloren haben, sondern nun feststellen, dass sich ihr Guru aus heiterem Himmel gegen sie wendet.
Das gibt sich. Inzwischen habe ich die erste Mail von jemandem aus dem gelben Forum erhalten, der schreibt, er sei infolge verschiedener Erlebnisse bis eben noch ziemlich radikalisiert gewesen und komme erst durch meine Denkanregungen langsam wieder runter. Du kannst jetzt spotten, dass einer von mehreren Dutzend nur ein kleiner Schritt nach vorne ist, aber warten wir doch mal ab, wie sich das weiter entwickelt. Vermutlich wird er nicht der letzte sein, der sich überlegt, ob immer größere Radikalität bei unserem Thema wirklich schneller zum Ziel führt. Ich für meinen Teil habe schon öfter alleine oder fast alleine gegen eine große Mehrheit gestanden, und es ist noch immer gut gegangen.
(Was allerdings diesen ständigen "Guru"-Quatsch angeht, war meine Ansicht dazu schon immer: If you meet the Buddha on the road, kill him.)
Pudelpunk hat geschrieben:Die aktuellen Positionierungen von Hans-Joachim Lenz und Thomas Gersterkamp sind ebenfalls Abgrenzungen von der maskulinistischen Szene und sie beziehen natürlich auf Arne Hoffmann.
Das Wort "natürlich" ersetzt keinen Beleg. Hans-Joachim Lenz und ich, wir haben beide an dem Buch "Befreiungsbewegung für Männer" mitgearbeitet. Jeder der Autoren wusste, bevor er seinen Beitrag eingereicht hat, wer die anderen Autoren sein würden. Was die aktuelle Abgrenzung von Dr. Lenz gegen eine Forderung von Prof. Amendt betrifft, bin ich zuversichtlich, dass Dr. Lenz hier lernfähig sein wird. Er hat ja inzwischen auch erkannt, dass die Gewaltstudie des Fraueministeriums, an der er mitwirken durfte, lediglich ein, so Lenz, "strategischer Schachzug" des Ministeriums war.
Pudelpunk hat geschrieben:Fazit: die Piratenpartei täte gut daran, die heiße Kartoffel Maskulinismus schnellst möglich wieder fallen zu lassen. Ihr tut Euch damit keinen Gefallen.
Ich glaube nicht, dass das hier so funktioniert. Sondern es läuft es so ab, dass die "AG Frauen" und die "AG Männer" konkrete Vorschläge fürs Parteiprogramm der Piraten machen und dann darüber abgestimmt wird, ob sie übernommen werden. In meinem Fall wäre das zum Beispiel mehr Hilfe für Jungen in der Schule und mehr Unterstützung für männliche Opfer häuslicher Gewalt:
viewtopic.php?f=150&t=13195Du kannst, wenn die einzelnen Vorschläge vorgestellt werden (oder gerne auch schon vorher) argumentieren, warum diese nationalsozialistisch sein sollen oder inwiefern sie die Flanke der Piratenpartei nach rechts weit öffnen. Und du kannst sicher auch Argumente von Dr. Lenz persönlich gegen unsere Vorschläge einbringen. Ich bin gespannt, was da kommt.
Im Augenblick entwickelt sich alles sehr positiv. Wir hatten mit dem FOCUS seit über sechs Jahren die erste Titelgeschichte über die Benachteiligung der Männer. Mit der Piratenpartei zeigt sich die erste Partei offen dafür, auch Männeranliegen in ihr Programm aufzunehmen. Selbst das Frauenministerium kommt nicht umhin, eine eigenständige Jungen- und Männerpolitik anzukündigen (auch wenn das zunächst womöglich nur Lippenbekenntnisse sind). Ohne die außerparlamentarische Opposition der Männerrechtsbewegung wären wir immer noch nicht soweit. Aber so bewegen wir uns voran, Schritt für Schritt für Schritt. Natürlich können dabei auf der einen Seite radikale Linke stehen und "Neonazis!" brüllen, sobald es um Männeranliegen geht, und auf der Gegenseite andere Radikale "Schleimer! Verräter!" brüllen, wenn hier statt markiger Sprüche pragmatische, zielführende Politik im Vordergrund steht, aber es wird trotzdem voran gehen. Schritt für Schritt für Schritt.
Hier in diesem Forum gibt es übrigens zahlreiche Threads zu geschlechterpolitischen Fragen. Möchtest du in einem davon mitdiskutieren oder hast du außer fremde Leute mit Dreck zu bewerfen gar nichts anderes zu bieten?

Herzliche Grüße
Arne
